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Dienstag, 3. Oktober 2017

Schönen Feiertag !



Foto: Th.Schumann
„Da hab´ ich 50 Jahre drauf gewartet, das mein Geburtstag zum Nationalfeiertag gemacht wird!“
So sagte damals, vor 27 Jahren ein Kollege, der nun längst in Rente ist. Ich war an jenem 3.Oktober  noch jung, grade mit der Ausbildung fertig, und begann mein Berufsleben. Seitdem begehen wir also jedes Jahr am dritten Oktober den Tag der deutschen Einheit mit Gedenkfeiern im Bundestag , Gedenksendungen, und dem sehen der „Ekel Alfred“ -Folge „Besuch aus der Ostzone“, von 1974, obwohl der Tag der Einheit zu jener Zeit noch der 17.Juni war.

Genau genommen ist „Tag der Einheit“ eine Irreführung, denn eine wirkliche Vereinigung hat es nie gegeben, und Kohls „blühende Landschaften“ bedeuteten für viele Menschen im Osten Arbeitslosigkeit oder Billiglohn-Sklaverei, nachdem die Treuhand im Interesse westlicher Konzerne konkurrenzfähige und gut geführte DDR-Unternehmen zerschlagen hatte, damit vorgenannte sich die Filetstücke einverleiben konnten.

Die DDR wurde von der BRD geschluckt. Eine wirkliche „Einheit“ fand nie statt. Stattdessen wurde der Osten zum Niedriglohn-Versuchslabor, was er im Grunde Heute immer noch ist.

Auch nach 27 Jahren werden Arbeitnehmer im Osten für die selbe Arbeit schlechter bezahlt, als ihre Kollegen im Westen.Nicht zuletzt auch darum, weil DGB-Gewerkschaften immer noch Tarifverträge Ost und West verhandeln, statt bundesweit einheitliche. Die Tarifbindung zwischen Sachsen und Meckpomm liegt nur bei 38 % und auch Rentner aus der ehemaligen DDR bekommen weniger als die im Westen.

Gregor Gysi sagte einmal, eine wirkliche Einheit hätte erfordert, das Beste  aus beiden Staaten mit zu übernehmen, doch die BRD war von jeher stark antikommunistisch geprägt, und so war alles, was mit DDR zu tun hatte, verpönt. Begriffe wie Kommunismus und Sozialismus sind Heute noch negativ konnotiert Wäre man nach dem zweiten Weltkrieg doch auch bei der Entnazifizierung so gründlich gewesen, wie bei der Verfolgung ehemaliger Stasi-IM´s, und wenn es nur die kleine ehemalige HO-Verkäuferin war, die Kontakt zur Stasi hatte!

Heute hingegen wird eine ehemalige  FDJ- Sekretärin für Agitation und Propaganda als „Führerin der westlichen Welt" verehrt, und auch „Horch und guck“ ist wieder Salonfähig. Nur  heißt jetzt die Stasi Verfassungsschutz oder NSA.

Schließlich, nur einen Monat, nachdem wir uns an Lichtenhagen erinnerten, sitzen die Rechten wieder im Bundestag.

Nicht zuletzt, die selben, die Heute den Tag feiern, als die Menschen im Osten  die Freiheit wieder bekamen(welche eigentlich?), stört es nicht, das in Spanien Francos erben die Demokratie zertrümmern. Soviel zur „freien westlichen Welt“ und den europäischen“Werten“.

In diesem Sinne,
Schönen Feiertag!


Freitag, 3. Oktober 2014

25 Jahre deutsche Einheit-aber haben wir wirklich eine Einheit?

Vor 25 Jahren fiel in Berlin die Mauer,fiel die DDR-Grenze und letztlich auch der "Eiserne Vorhang". Deutschland wurde wieder ein Staat.Die Einheit war vollzogen.Was Willy Brandt und Egon Bahr mit der Politik des "Wandels durch Annährung" 1963 angestoßen hatten,wurde nun vollendet.Doch wurde es wirklich eine Einheit ? Diese Frage muss verneint werden. Nach 25 Jahren verdienen Beschäftigte im Osten immer noch weniger für die selbe Arbeit ,als ihre Kollegen im Westen,bekommen Rentner in den neuen Bundesländern immer noch niedrigere Renten ,als Rentner im Westen,obwohl sie mit Sicherheit nicht weniger gearbeitet haben.
Konkurrenzfähige DDR-Unternehmen wurden von der Treuhand zerschlagen,oder West-Unternehmen einverleibt.Und in ideologischer Verblendung wurde alles ,was irgendwie mit DDR zu tun hatte verteufelt,obwohl es positive Errungenschaften dort gibt,wie das Recht auf Bildung,die betrieblichen Kinderkrippen ,die Polikliniken und ähnliches.
Wohl gemerkt:Die DDR war ein diktatorischer,autokratisch regierter Staat,und über die unbestreitbaren Verbrechen des DDR-Regimes brauchen wir nicht zu diskutieren.Die Opfer, denen wir heute auch gedenken ,sprechen da eine deutliche Sprache.In sofern darf dieser Staat nicht verklärt werden.Und dennoch,versuche ich mir ein differenziertes Bild von der DDR zu bewahren,ohne zu vergessen ,was sie war.
Ich kann das ,weil ich selber mehrmals in der DDR war,einen Tag ,in einer normalen DDR-Familie verbracht habe.In Schwerin, in Gera,und in Gotha war.In Geschäften eingekauft habe(Ja wohl für Geld,das gab es dort.Und was man kaufte war dann Privateigentum,auch das gab es dort.)Ich habe eine Fabrik besucht ,und an einer Gedenkfeier in einer KZ-Gedenkstätte teilgenommen.Ich kann mir also schon einen einiger massen differenzierten Blick auf die DDR erlauben,und ich kann sagen,vielfach unterschied sich das Leben nicht besonders von unserem in der BRD.Die Wohnung meiner Gastfamilie ,beispielsweise,war nicht anders ,als unsere zu Hause.
Es war nunmal so,das es viele Menschen dort gab ,die sich mit dem System arrangiert haben,und dort auch positives erlebt hatten.Positive Erfahrungen in diesem Staat gemacht hatten.Und es wäre eine wirkliche Einheit geworden,wenn man diese positiven Erfahrungen mit in den Westen übertragen hätte.Wenn man das Positive aus beiden Staaten in beide Teile übertragen hätte,ohne die Verbrechen des DDR-Regimes und seine Opfer zu vergessen.Das hat man leider versäumt,und wundert sich noch ,das es viele Menschen in MV,in Brandenburg,Sachsen-Anhalt,Thüringen,und Sachsen gibt,die sagen:"Zu DDR-Zeiten ging´s uns besser" Der Fall der Mauer war eine positive Zäsur für dieses Land, und es ist das Verdienst der damaligen DDR-Führung,das sie damals angesichts der Massen-Proteste nicht,wie Merkel der Meinung war,das sich Politik nicht danach richten kann,wieviele Menschen gerade auf der Strasse sind,sondern die einzig richtige Schlussfolgerung zogen, das man gegen diese Menschen nicht mehr regieren kann,und darum die Grenzen öffnen ,und zurück treten musste.
Die friedliche Revolution in der DDR lehrt uns an diesem Tag,das man mit einfallsreichem,friedlichem Widerstand etwas ,bewegen,ja sogar ein System verändern kann.Es ist das weiche Wasser,das den Stein bricht.