Dienstag, 14. Januar 2014

Vielfalt gewinnt

Eine Online-Petition gegen den Bildungsplan in Baden-Württemberg sorgt für Wirbel in den Medien und im Internet. Rechte Kreise springen auf das Thema auf und hetzen gegen eine vermeintliche „Indoktrinierung“ und „Umerziehung“ der Jugendlichen im Ländle. Was steckt dahinter?
Die Petition „Kein Bildungsplan 2015 unter der Ideologie des Regenbogens“ wendet sich dagegen, dass in den fünf Leitprinzipien des Bildungsplans für Baden-Württemberg jeweils auch der Gesichtspunkt der Akzeptanz sexueller Vielfalt genannt wird. Sie befürchtet eine „pädagogische, moralische und ideologische Umerziehung an den allgemeinbildenden Schulen.“
In einer ersten Fassung des Appelltextes (hier dokumentiert), bezeichnet der Initiator der Petition die Bemühungen des Ministeriums als „strukturelle Gewalt“. Diese wurde von der Petitionsplattform Openpetition wegen diskriminierender Passagen abgelehnt. Aber auch in ihrer abgeschwächten Formulierung entbehren die Befürchtungen des Petenten jeglicher Grundlage. Die Petition fußt auf genau den Vorurteilen und Ressentiments, die durch den Bildungsplan überwunden werden sollen.
(Aus dem Fünf-Minuten -Info von Campact) Halten wir dagegen!
Zum Appell von Campact

Donnerstag, 9. Januar 2014

Wochensplitter



Wenn der Schwanz mit dem Hund wedelt

Nun will Schwarz-rote Regierung eine Kommission bilden wegen des herbei geredeten,angeblichen Missbrauchs der Sozialsysteme durch EU –Bürger im Zuge der Arbeitnehmerfreizügigkeit. Abgesehen davon, das es sich hier um Wahlkampf an den rechten Stammtischen handelt und geistige Brandstifterei ist, weil damit wiederholt Fremdenfeindlichkeit enttabuisiert wird, frage ich mich, warum man ständig auf das Krakeele der bayrischen Splitterpartei anspringt. Immer wieder lese ich :Die CSU pocht auf ..., die CSU pocht auf….Sorry, aber deren Stimmen werden für eine Regierungsmehrheit nicht gebraucht, diese Partei ist also genau genommen eine Art Wurmfortsatz der Bundesregierung, führt sich aber auf ,als würde sie allein das Land regieren.
Man fragt sich manchmal schon: Wer regiert eigentlich in Berlin, Merkel oder Seehofer? Indes: einer regiert offenbar nicht in Berlin, nämlich der Gesunde Menschenverstand, denn ansonsten hätte die CSU mit dieser Kampagne in der übrigen Bundesregierung nur Hohngelächter geerntet, anstatt, darauf auch einzugehen.

Dividi et impera am Beispiel Amazon

Etwas über tausend Mitarbeiter von Amazon haben eine Erklärung unterzeichnet ,in der die Gewerkschaft Ver.di dafür angegriffen wird ,das sie die Missstände bei Amazon anprangert(die es natürlich" gar nicht gibt")und einen neuen Tarifvertrag fordern, der sich am Tarif des Einzelhandels orientiert.
Nun ist bereits bekannt geworden ,das viele dieser Unterschriften unter Aufsicht des Managements geleistet worden sind und es wohl fast nur Mitarbeiter der Verwaltung waren, die dort unterschrieben haben, und die haben sicher bessere Löhne und Arbeitsbedingungen  als die sog. Picker und die Leiharbeiter, um die es in dem Tarifkonflikt  letztlich geht.
Amazon betreibt hier klassischen Manchesterkapitalismus.Die Beschäftigten werden systematisch gegeneinander ausgespielt, dazu gehört auch diese Erklärung und natürlich machen die Medien mit.
Es ist aber auch das typische Spiel, wenn sich in einem Unternehmen ein Betriebsrat und eine Gewerkschaft etablieren. Die meisten Beschäftigten sind dafür. Es gibt aber immer einige ,die dagegen opponieren, nicht zuletzt in der Hoffnung auf einen schnellen Aufstieg. Dieselben Leute sind später die ersten, die bittend beim vorher gescholtenen Betriebsrat ankommen und Beistand wollen, wenn sie plötzlich selbst auf der Wegrationalisierungsliste stehen, und wollen dann auch schnell in die Gewerkschaft eintreten
Nur warum immer erst durch Schaden klug werden? Warum nicht von Anfang an? Bessere Arbeitsbedingungen und vernünftige Löhne bekommt man nur miteinander und nicht gegeneinander. Darum sollen Belegschaften in den Betrieben zusammenstehen und sich nicht gegeneinander aufhetzen lassen.

Von Kollateralschäden

In Kambodscha werden Menschen erschossen ,weil sie auf die Strasse gehen und für höhere Löhne demonstrieren. Sie haben gestreikt und friedlich demonstriert. Die Antwort der Polizei sind Prügel und Schnellfeuergewehre. Es handelt sich dabei um Mitarbeiter von Textilfabriken, die vor allem für deutsche Unternehmen(u.A. H&M, Lidl) produzieren.
Empörend, aber auch entlarvend ist das Interview mit dem dortigen Arbeitgeberpräsidenten der Textilbetriebe, einem mehrfachen Dollarmillionär, im Auslandsjournal im ZDF. Er befürwortet natürlich alle
“Maßnahmen der Regierung um Recht und Gesetz wieder herzustellen “auf die Frage „auch die Schüsse?“ Antwortete er: “Die Erschossenen sind Kollateralschäden, die nun mal passieren.“
Welche kalte Menschenverachtung  spricht aus diesen Worten, ausgesprochen mit maßloser Arroganz. Ich hätte in den Fernseher kotzen können Aber man muß ihm dankbar sein, hat er damit doch das entsetzliche Menschenbild des kapitalistischen Systems offenbart. Der Mensch zählt nichts in diesem System. Er ist ein lästiger Kostenfaktor oder eben ein Kollateralschaden.

Samstag, 4. Januar 2014

Der rasende Zug, Utopia und die Linken

Übernommen von Duderich:

http://aufzeichnungen-eines-gutmenschen.blogspot.com/2014/01/der-rasende-zug-utopia-und-die-linken.html

Im Sinne einer Vernetzung und einer Verbreiterung der diskussion ,verlinke ich hier einmal den Thread und die Diskussison vom Duderich .Es geht um den Entwurf,eines Postkapitalistischen Szenarios.Wie könnte eine postkapitalistische Gesellschaft aussehen.Hier geht es nicht um nur richtig und nur falsch.Es geht einfach darum,welche Gesellschaft wir uns nach dem ,bereits sich im Zusammenbruch  befindlichen Kapitalistischen Wirtschaftssystems vorstellen.Also nur Mut,und bedenkt:jeder Umbruch begann mit einer Utopie.
Euer Doctor

Freitag, 3. Januar 2014

Günter Wallraff: „Lug und Trug statt Treu und Glauben“

Reblog von den Nachdenkseiten

Günter Wallraff erhebt erneut schwere Vorwürfe gegen Amazon. Der Online-Versandriese beute Menschen in Kooperation mit den Arbeitsagenturen über die Erschöpfungsgrenzen hinaus aus. Arbeitslose seien gezwungen, in den Werkhallen bis zu 15 Kilometer am Tag zu laufen. Im System aus Überwachung und Dauerdruck komme es immer wieder zu Herzattacken und Kreislaufzusammenbrüchen. Es gab Fälle, wo Diabetikern sogar verboten worden sei, Injektionen und Traubenzucker mit an den Arbeitsplatz zu nehmen. In diesem Licht gewinnt der Tod eines 50-Jährigen bei Amazon in Koblenz an Brisanz.
Das Interview [*] mit Günter Wallraff führte Christoph Hardt
Weiter auf den Nachdenkseiten
Ergänzend hierzu: 
http://schumt3.blogspot.de/2013/12/weihnachten-ohne-amazon.html