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Montag, 11. Mai 2015

Wahl in Bremen:Verlierer ist die Demokratie


Bremen_Wappen(Mittel)100

Die Meisten, denke ich, werden es schon wissen, das ROT-Grün bei der Bürgerschaftswahl Prügel bezogen hat.die aktuelle Hochrechnung(Heute,13:54 Uhr) ergibt folgendes Bild :

SPD:32,9%, 30  Sitze
Grüne:15,2%,14 Sitze
CDU: 22,6%,20Sitze
Linke:9,3%,   8 Sitze
BIW (Bürger in Wut) 3,3, 1 Sitz, weil in Bremerhaven über 5%
FDP:6,7%,6 Sitze
AFD: 5,5% 4Sitze

Das bedeutet SPD und Grüne können,Stand jetzt, ihre Koalition fortsetzen.Sie kommen zusammen auf 44 Mandate, somit 2 mehr als die erforderliche absolute Mehrheit von 42 Sitzen.Nun kommt heute die Nachricht, das der bisherige SPD-Bürgermeister Jens Böhrnsen nicht mehr als Bürgermeister in der neu gewählten Bürgerschaft kandidiert,somit abtritt.Möglicher Nachfolger ist der bremer Bundestagsabgeordnete Carsten Sieling.Die Wahrscheinlichkeit einer großen Koalition wird somit größer, und auch die,die unsägliche CDU-Spitzenkandidatin Motschmann (bei der ich, wenn ich sie auf den Wahlplakaten sehe, immer an die böse Hexe aus dem Märchen denken muss) auf einem Senatorenposten wieder zu sehen.
Der große Gewinner dieser Wahl ist jedoch, wie so oft die Partei der Nichtwähler,mit 49,6%.mit anderen Worten,nicht mal die Hälfte der Bürger ging zur Wahl.So sähe das Ergebnis aus, wenn die Nichtwähler mit eingebaut wären:
 
Somit steht auch der Verlierer dieser Wahl fest,und der heißt Demokratie.Warum bleiben nun so viele der Wahlurne fern.Nun zunächst dürften es SPD-Wähler sein, die glaubten der Wahlsieg wäre sowieso sicher.Vielfach sind es aber auch Menschen, die die Einstellung haben,"egal,wem man wählt ,es ändert sich ja doch nichts", und offen gesagt, momentan lässt sich dies nicht mal abstreiten,in Zeiten, da die Schulden-Bremse der Politik jeden Gestaltungsspielraum nimmt, beziehungsweise politisch verantwortliche sich dadurch, und durch den ideologischen Wahn, öffentliche Haushalte zu führen,wie Privat-Unternehmen, und dadurch bedingten ,krankhaften Kostensenkungs-Wahn, selber jede Gestaltungsmöglichkeit nehmen.

Wenn man aber bei einer Wahl nur noch entscheiden kann, wer den Mangel verwalten, und noch weiter kaputt sparen soll, dann kann man in der Tat nach Volker Pispers fragen:"Wollen sie mir Scheiße in unterschiedlichen Geschmacksrichtungen anbieten?" Nein, eine Wahl macht nur Sinn, wenn man zwischen politischen Konzepten entscheiden kann. Hat man aber nur die Möglichkeit Köpfe zu wählen, die im Prinzip alle das gleiche tun, nämlich regide sparen, dann braucht man sich über niedrige Wahlbeteiligungen nicht mehr zu wundern.Und genau diesen Eindruck bekommt man eben ,wenn alle Parteien, abgesehen von der Linken auch nach dieser Niederlage von Ausgabendisziplin schwurbeln, und die Grünen jammern, das sie wegen der Schulden-Bremse oft nein sagen müssen,nur sie haben der Schulden-Bremse ja selber zugestimmt, beklagen also ,was sie selber gemacht haben,und einen klareren Beleg ,das die Schulden-Bremse nicht nur ökonomisch unsinnig , sondern auch Demokratie-feindlich ist, kann es eigentlich nicht geben.

In Bremen sind seit den Neunziger Jahren mehr als Vierzig Prozent des Personals im öffentlichen Dienst abgebaut worden.Es wurde an allen Ecken und Enden gekürzt, und jetzt haben wir in den bremischen Behörden hauptsächtlich Mangelverwaltung(sicher kein bremisches Alleinstellungsmerkmal)die Schulden sind jedoch weiter gestiegen und steigen noch.Das Scheitern der regiden Sparpolitik ist also klar ersichtlich .Nur nicht für jene ,die sie betreiben und befürworten

Möglichkeiten , wie der Haushalt saniert werden kann, habe ich im Vorthread aufgezeigt.ergänzend noch ,mehr Steuerprüfer.Es ist absurd ,von einer Haushaltsnotlage zu schwadronieren,und gleichzeitig freiwillig auf Steuereinnahmen zu verzichten,die dem Staat zustehen, nur um der Personaleinspar-Quoten hinterher zu hecheln.

Zum Schluss: Eine wichtige Ursache für die schlechte Wahlbeteiligung ist letztendlich auch die Entpolitisierung unserer Gesellschaft, die vor allem um sich greift, seit Merkel in Berlin regiert.Politischer Diskurs wird ersetzt durch Konsens-Soße, und das Interesse an Politik und politischen zusammenhängen schwindet zunehmend, dabei ist es gerade Heute so wichtig, das sich der Bürger am politischen Diskurs beteiligt(auch ,wenn ich verstehen kann, das es Menschen gibt, die ihr Hauptaugenmerk darauf richten müssen,ihren Lebensunterhalt zu bestreiten.).

die Menschen wieder abzuholen, sie dazu zu bringen,ist die wichtigste Herausforderung für von Politik,aber auch für Gewerkschaften.mit "Weiter so", und Fortsetzung, neoliberaler Konsens-Sosse ,wird man dies jedoch nicht schaffen.Politische Alternativen müssen her.

Samstag, 9. Mai 2015

Wahl in Bremen:Die beste Haushaltssanierung ist Umfairteilen

Die Wahl zur 19. Bremischen Bürgerschaft findet am 10. Mai 2015 statt.
In Bremen leben ca. 10.000 Vermögensmillionäre mit einem geschätzten Vermögen von über 25 Mrd. Euro. Die Einkommen aus Vermögen sind zuletzt in Bremen um 36,6 Prozent gestiegen. Das ist deutscher Spitzenwert – weit vor Bayern. Gleichzeitig ist fast jedes dritte Kind in Bremen von Armut bedroht. 23,1 Prozent der Bremerinnen und Bremer sind armutsgefährdet. Die Schere zwischen Arm und Reich geht weiter auseinander.

Mehr bei umfairteilen.de

Zur Ergänzung:

Zur Sanierung des Bremer Haushaltes wären noch folgende strukturelle Maßnahmen nötig:
1.) Reform des Länderfinanzausgleichs. Der jetzige Verteilungsschlüssel sieht die Verteilung nach Flächengröße vor, wodurch Stadtstaaten wie Bremen benachteiligt werden.Sinnvoller wäre nach Wirtschaftskraft zu verteilen,was auch dem Leistungsgedanken entsprechen würde würde.Bremen würde davon profitieren, da es eines der Wirtschafts-stärksten Bundesländer ist.

2.)Reform der Lohnsteuer.Bremen.Bremen hat Ende der sechziger Jahre den Fehler gemacht zuzustimmen, das Lohnsteuern am Wohnort bezahlt werden.Nun ist es so, das etwa Fünfzig Prozent der in bremischen Betrieben Beschäftigten im benachbarten Umland wohnen, also Löhne aus der bremischen Kasse bekommen,ihre Steuern aber in Niedersachsen bezahlen.Hier müsste das System so reformiert werden, das Lohnsteuern am Arbeitsort gezahlt werden.Auch dies würde die Bremer Einnahmeseite stärken.

Sicher, diese beiden Reformen müssten im Bund gelöst werden,doch sie sind auf lange  Sicht notwendig,um den Haushalt zu sanieren.
Mit Kürzungs -Orgien wird das nicht funktionieren,zumal sie kontra-Produktiv sind, weil jede Ausgabenkürzung im öffentlichen Haushalt Auswirkungen auf die Wirtschaft hat.Man darf nicht vergessen, das der Staat der größte Nachfrager der Wirtschaft ist.

Darum muss  muss auch in Bremen ein radikales Umdenken erfolgen ,und der ideologische Wahn, öffentliche Haushalte unbedingt nach Unternehmer-und Rentabilitätslogik führen zu müssen, aus den Köpfen verschwinden.Studien belegen,das gerade regide Spar(oder besser Spar-Absichts)-Politik zulasten künftiger Generationen geht,weil sie dann den Investions-Stau bewältigen müssen,von den zerstörten Bildungs-Chancen ganz zu schweigen.Die Interessen der Bürger müssen stets vor Spar-Interessen stehen.Darum muss für einen Leistungsstarken öffentlichen Dienst auch Geld da sein, und notfalls durch Kredite,die jetzt zum Null-Zins-Tarif zu haben sind.Vor diesem Hintergrund bin ich solidarisch mit den streikenden Kita- ebenso wie den GDL-Kolleginnen.

Wahlkampfrede Grgor Gysi,8.5.2015
Wahlkampf Bremen die Linke ,Klaus,Reiner Rupp und Kristina Vogt

Grafik: GUte Erzeihung und Sozialberufe


Wahlergebnis Bremen(Prognose):

SPD:32,5% (2011:38,5)


Grüne:15,5% (2011:22,0)


CDU:23,0% (2011:20,4)


Linke:9,5% (2011:5,5)

BIW(Bürger in Wut):3,0% (2011:3,7)


FDP:6,5% (2011:2,4)


AFD:5,0% (2011 nicht angetreten)


Schwere Schlappe für Rot-Grün, sehr gutes Ergebnis für die Linken.


Freitag, 31. Januar 2014

Ist das Kapitalistische System reformierbar?



„Das kapitalistische Wirtschaftssystem ist den staatlichen und sozialen Lebensinteressen des deutschen Volkes nicht gerecht geworden. „(…)

So steht es im 1947 verabschiedeten , Ahlener Programm der ,damals neu gegründeten, CDU. Ist es nicht frappierend ,das man das Selbe heute wieder konstatieren kann?
Banken und Hedgefonds können heute mit ihrer Spekulation ganze Volkswirtschaften in Not und Elend stürzen, und sie erpressen, ihre Zockerverluste zu tragen. Konzerne, wie Banken bestimmen über ihre Lobbyisten und mit Hilfe willfähriger Helfer in den Regierungen die Politik. Diktieren die Gesetze in die Feder oder lassen sie von ihren Anwaltskanzleien schreiben. Sie kontrollieren den größten Teil der Medien und beherrschen so die öffentliche Meinung.
Prekäre Arbeitsverhältnisse greifen immer weiter um sich ,und immer weniger Menschen können von ihrer Hände Arbeit leben. War es früher noch möglich , das ein Verdiener eine Familie ernährte ,so kommt er heute allein kaum über die Runden.
Im Interesse der heiligen Wettbewerbsfähigkeit, wurde die Axt an den Sozialstaat gelegt. An die Stelle eines Versorgenden Sozialstaates ,der seine Aufgabe darin sah dafür zu sorgen, das jeder ein Existenzminimum zur Verfügung hat, das ein menschenwürdiges Leben ermöglicht, wie vom Grundgesetz gefordert, setzte man ,mit der Agenda 2010 ,ein menschenverachtendes Sanktionssystem, das es sich zur Aufgabe macht, Menschen zu schikanieren, zu drangsalieren ,zu demütigen und zu stigmatisieren, mit dem ziel sie zu zwingen , jeden Drecksjob zu jedem Hungerlohn anzunehmen ,und diejenigen ,die noch Arbeit haben erpressbar zu machen, zur Schwächung der Gewerkschaften und zur Drückung der Löhne.
Haben sich früher Arbeitgeber bei den Löhnen gegenseitig überboten, fähige Fachkräfte zu bekommen, so will man heute Fachkräfte zum Billigtarif haben. Fähig sollen sie sein, aber  kosten dürfen sie nichts , denn sonst ist die Wettbewerbsfähigkeit gefährdet, und die ist ja unsere neue Religion.
Wir subventionieren heute den unlauteren Wettbewerb von Lohndrückern, die in einer vernünftigen, sozialen Marktwirtschaft keine Daseinsberechtigung hätten, mit Steuermitteln über Hartz IV-Aufstockung, und helfen somit anständige Klein- und mittelständische Unternehmer zu ruinieren.
Ganze Regionen in Europa werden durch brutale Spardiktate ins Elend und in Verhältnisse aus dem 19.Jahrhundert gestürzt, die Wirtschaft in anderen Staaten durch Eu- subventionierte Billigwaren ruiniert und die dadurch entstandenen Flüchtlinge ,lassen wir im Mittelmeer ersaufen.
In diesem System , ist menschliche Arbeit nur noch ein lästiger Kostenfaktor, wird der Mensch nur noch nach seiner ökonomischen Verwertbarkeit beurteilt.
Die Militarisierung der Gesellschaft schreitet voran. Kriege aus wirtschaftlichen Interessen sind wieder Bestandteil politischer Überlegungen. Rechtsradikale Parteien sind in Europa auf dem Vormarsch. Haben wir denn wirklich gar nichts gelernt ?
Zusammenfassend kann man sagen: Dieses System ist krank , es wird ,wie im Ahlener Programm gesagt, den sozialen Lebensinteressen der Menschen nicht gerecht. Den Bedürfnissen nach ‚Freiheit, Sicherheit, sozialer Teilhabe ,Selbstverwirklichung, kurz: Es gestattet dem Menschen nicht Mensch zu sein ,weil es positive Eigenschaften, wie Nächstenliebe ,Toleranz, Güte ,Solidarität mit schwachen verschüttet , während es negative Eigenschaften ,wie Habgier, Machtgier ,Egoismus ,Rücksichtslosigkeit , kultiviert und fördert. Wie sagte Charlie Chaplin in seiner Rede an die Menschheit: „Die Habgier hat das Gute im Menschen verschüttet, und uns im Paradeschritt zu Verderb und Blutschuld geführt“
Und auf dem besten Weg wieder dorthin zu kommen ,sind wir gerade, das ist die bittere Wahrheit.
Wenn sich Parlamente durch Schuldenbremsen, Privatisierungen und ,evtl. durch eine Freihandelszone (TTIP),selbst entmündigen , sich selbst jeden Gestaltungsspielraum nehmen, und sich stattdessen dem Diktat der Märkte, der Banken und Konzerne unterwerfen, wird Demokratie zur Farce, weil Wahlen dadurch überflüssig gemacht werden ,denn man hat ja keine Wahl mehr zwischen verschiedenen Konzepten, weil, egal wer nun ins Parlament und an die Regierung kommt, ja nichts mehr zu sagen hat. Die Demokratie schafft sich selber ab.
Dazu passt ,das es in Deutschland immer mehr  Beratungsstellen ,Anwaltskanzleien und Detekteien gibt, die darauf spezialisiert sind Unternehmen dabei zu beraten lästige Betriebs –und Personalräte, sowie Gewerkschafter aus dem Betrieb zu Ekeln, bzw. dabei helfen, um ein Klima der Angst ,Willkür und Erpressung in Betrieben zu schaffen. Gelebte Demokratie sieht anders aus.
Wenn man solche Systemkritischen Gedanken formuliert, wie ich, wird man von den Systemverteidigern gern in die extremistische Ecke gestellt (mehr dazu im Thread: „Die Theorie vom Linksextremismus“). Heute sind ja eine Vermögenssteuer, eine Besteuerung der Verkaufserlöse von Kapitalgesellschaften, ein Verbot der Aktivität von Hedgefonds in Deutschland und ein Spitzensteuersatz von 53% bereits linksextremistische Spinnerei, obwohl wir das unter Kohl bereits hatten, und Kohl war ja nun vieles ,aber mit Sicherheit nicht links und schon gar nicht linksextrem . So sehr hat sich die so genannte Mitte bereits nach Rechts verlagert.
Der Extremismus -Vorwurf ist eben viel bequemer, als sich mit Argumenten auseinander zu setzen ,die das eigene Weltbild ins Schwanken bringen könnten. Dabei fällt er auf den Urheber zurück, denn wenn, z.B. Kapitalismuskritik Extremismus sein soll, dann muss der Strandpunkt des Extremismus- Vorwerfers ja das andere Exterm sein.

Ist ein solches System reformierbar ?


Wer die bisherigen Ausführungen gelesen hat, wir mir zustimmen, ein systemischer Umbau oder vielmehr Neuaufbau ist nötig .Nun gibt es diejenigen, die sagen, man müsste ja nur ein paar Stellschrauben drehen. Ein paar bessere Gesetze und schon läuft es. Wenn es nur so einfach wäre! Als erster Schritt in Richtung eines Systemischen Umbaus wäre es sicher Sinnvoll. Jedoch ist es eben nur herumdoktern an Symptomen. Darüber hinaus habe ich ja schon den Einfluss der Profiteure des Systems auf die Gesetzgebung aufgezeigt. Es ist höchst unwahrscheinlich, das diese es zulassen ,das Gesetze gegen ihre Interessen gemacht werden oder Leute, die dies vorhaben an die Macht gelangen lassen. Der Fall Ipsilanti ist da nur ein beredtes Beispiel. Ich halte es daher nicht für möglich, das man innerhalb des Systems positive Veränderungen bewirken kann, zumindest nicht im großen Maßstab. Sicher hat man im kleinen viele Möglichkeiten etwas zu bewirken. Sei es durch Petitionen, Teilnahme an Demos und Arbeitskämpfen oder zivilen Ungehorsam ,wie bspw. Inge Hannemann ,die Hartz- IV-Sanktionen nicht mehr  exekutierte, sondern stattdessen Gegenöffentlichkeit gegen Hartz- IV macht.
Ist also dieses System reformierbar? Ich glaube nicht, zumindest nicht innerhalb dieses Systems, denn wie sagte schon Albert Einstein: „Probleme lassen sich nicht mit der selben Denkweise lösen, die,  die Probleme verursacht hat“.  
Gesetze im Interesse der Menschen zu erlassen ,erfordert das Primat der Politik über die Wirtschaft. Schon die Ordoliberalen, wie Walter Eucken  wussten: wirtschaftliche Macht lässt sich nicht kontrollieren, darum darf man sie gar nicht erst entstehen lassen, das hat die Politik in den letzten Jahrzehnten versäumt, sondern stattdessen durch massive Deregulierungspolitik die Entstehung dieser wirtschaftlichen Macht, ermöglicht und gefördert. Das die Machthaber nicht  bereit sind ,diese Macht wieder abzugeben, eine Regulierung also nicht zulassen werden, ist mehr als folgerichtig. Daher ist dieses System wohl nicht reformierbar. Ich ließe mich aber gern durch reale Geschehnisse, eines besseren belehren.

Wie könnten Alternativen aussehen?



Eine Alternative zeigt Jens Berger in seinem Buch: “Stresstest Deutschland“ auf, nämlich den Himalajastaat Bhutan, der das Glück seiner Bürger zum Staatsziel erhoben hat. Der politische Erfolg bemisst sich dort nicht nach dem Bruttoinlandsprodukt, sondern am „Bruttobnationalglück“ .Jede politische Gesetzesänderung und jede Öffentliche Investition, wird dort, daran gemessen, wie groß ihr nutzen für das Allgemeinwohl ist.  
Eine andere Alternative wäre eine geldlose Gesellschaft, die, wenn man sich diesem Gedanken öffnet, durchaus ihren Reiz hätte, aber machen wir uns nichts vor: So etwas ist in weit absehbarer Zeit nicht realisierbar. Vielleicht in ferner Zukunft, könnte es zu so etwas kommen, doch jetzt, und für die nächsten Generationen ist die Menschheit, und da schließe ich mich persönlich ausdrücklich mit ein, für solche Gesellschaftsformen nicht reif. Zu groß ist die Bedeutung des Geldes und das wird eben noch länger so bleiben.  
Bleiben wir also bei realisierbaren Möglichkeiten. Ich habe in einem früheren Beitrag einmal Eckpunkte einer Gemeinwohlökonomie dargelegt:  

Grundlage allen politischen und Wirtschaftlichen Handelns muß das Wohlergehen der Menschen sein. Daraus folgt, das die Interessen von Mensch und Umwelt in jedem Fall über wirtschaftlichen Interessen zu stehen haben.(das kapitalistische Wirtschaftssystem ist solchen Grundsätzen nicht vereinbar ,da seine Ziele Profit und Machtstreben sind.)
Dies müsste festgemacht werden in einer Verfassung, der das Volk in direkter Abstimmung zuzustimmen hat und sie auf diese Weise demokratisch legitimiert.
Grundlage dieser Verfassung ist die freiheitlich demokratische Grundordnung. Somit können die Grundrechte ,wie wir sie aus dem Grundgesetz kennen dorthinein übernommen werden. mit folgenden Ergänzungen:
Grundrecht auf Bildung
Grundrecht auf einen Kita oder Krippenplatz
Grundrecht auf gesundheitliche Versorgung
Grundrecht auf Wasser-und Stromversorgung(Abstellungen sind damit ausgeschlossen)
Besondere Schutzrechte für Kinder,
Grundrecht auf bedingungs-und sanktionslose Grundsicherung für Erwerbslose, flankiert von aktiver Beschäftigungspolitik ,somit kein Hartz IV und keine Sanktionspraxis
Grundrecht auf einen Existenz- sichernden Lohn(Mindestlohn)
Öffentliche Dienstleistungen müssen unter der Prämisse der Gemeinnützigkeit erbracht werden, Bürgerinteressen gehen vor Profit, somit  Ausschluß von Privatisierungen,
Natürliche Ressourcen müsen geschont werden, darum bäuerliche Landwirtschaft, statt Agrarfabriken..
Bildung als Verfassungsauftrag ,damit Schluss mit Wettbewerbs- und Bildungsföderalismus. Wir brauchen keinen werteblinden Wettbewerb und Schwanzlängenvergleiche in Form von Rankings .Wir brauchen ein Top-Bildungssystem für das ganze Land, dies erfordert mehr Investitionen in die Bildungssysteme, auch für mehr Jugendarbeit .Wir sind Zuwanderungsland, Vielfalt statt Leitkultur. Wiedereinführung der Vermögenssteuer, Begrenzung großer Vermögen auf 20 Mio(Vorschlag stammt von Duderich)Bindung der Steuerpflicht an die Staatsbürgerschaft(auch wer ins Ausland zieht muß hier noch Steuern zahlen, solange er einen deutschen Pass hat)Wiedereinführung der Steuerpflicht auf Verkaufserlöse von Kapitalgesellschaften, Verbot der Tätigkeit von Hedgefonds und Private Equity -Gesellschaften, Verbot der Spekulation,  pleite gehen lassen des spekulativen Teils der Banken
Vergesellschaftung der Strom- und Wassernetze, die Grundversorgung darf nicht Profitinteressen unterworfen werden
Umwelt -und Tierschutz als Verfassungsauftrag. Nur in einer intakten Umwelt ,kann der Mensch vernünftig leben
Keine Rüstungsexporte in Krisengebiete mehr. Geschäfte nur mit Staaten ,die die Menschenrechte achten.
Korruption als Staftatbestand, ebenso das unterlaufen von Tarifverträgen
Gesetze werden nur noch von den Ministerien geschrieben, für Lobbyisten gilt: wir müssen draußen  bleiben.Für wichtige Gesetzesprojekte ist eine Volksabstimmung zwingend. Bei Großbauprojekten sind die betroffenen Bürger von Anfang an einzubinden. Auch hier muß es einen Volksentscheid geben. Die Geheimdienste sind abzuschaffen. Wir brauchen keine Parallelgesellschaften, die Rechtsextremisten schützen und die Bevölkerung unter Generalverdacht stellen und anderen Diensten bei der Bespitzelung unbescholtener Bürger helfen. satt dessen ist die Polizei technisch und personell besser auszurüsten, damit sie ihren Aufgaben vernünftig nachgehen kann.
Im Arbeitsrecht weg mit der sachgrundlosen Befristung von Arbeitsverhältnissen, strikte Regulierung der Leiharbeit, nach französischem Vorbild, so das die Einstellung von Leihkräften teuerer ist,als reguläre Beschäftigung und somit Ausnahme ist. Abschaffung von Werksverträgen. Keine Ausleihe von Arbeitskräften durch die Argen. Wenn, dann müssen diese zu vernünftigen Bedingungen fest angestellt werden. Verkürzung der Wochenarbeitszeit. Flexibles Renteneintrittsalter von 55-65 Jahren bei abschlagsfreiem Rentenbezug, um den jeweiligen Bedingungen gerecht zu werden. wer hart körperlich arbeitet ,kann dann früher mit vollen Bezügen in Rente gehen. dies flankiert von einem Grundrecht auf menschenwürdige Alterssicherung. Einführung einer Bürgerversicherung nach Schweizer Modell für Kranken- und Rentenversicherung um die Finanzierung auf eine breite Basis zu stellen(selbstverständlich ist auch Finanzierung aus Steuermitteln denkbar, das müsste man im Detail diskutieren)
Soweit meine gesellschaftliche Utopie .Sie erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit

Es handelt sich meiner Meinung nach, um durchaus realistische Punkte. einige gab es sogar schon einmal, und dennoch sind sie heute als Utopie anzusehen , weil ihre Umsetzung eben das erfordern würde, von dem ich oben sprach, nämlich die Wirtschaftsmacht zu brechen.


Resümee
Ich glaube nicht, das dieses System reformierbar ist, die Gründe habe ich aufgeführt.
Es geht aber nicht um Revolution oder Überwindung, denn das System ist meines Erachtens sowieso dabei, sich selber abzuschaffen. Es steht vor dem Kollaps. Der mag nicht Morgen kommen, ich persönlich gebe ihm noch 20-30 Jahre, aber er kommt, insbesondere, wenn so weiter regiert wird. Es geht also mehr um einen Neuaufbau, um einen systemischen Umbau nach dem Zusammenbruch.
Die Vorraussetzungen  für eine erfolgreiche systemische Neuordnung sind:
-Sie muss auf demokratischer Basis stehen und demokratisch legitimiert sein.
-demzufolge muss sie das Ergebnis einer breiten, gesellschaftlichen Diskussion ,ein breiter gesellschaftlicher Konsens sein.
-Die Alternative muss besser sein, als das bestehende.
Ich bin in meiner Einschätzung, das ein gesellschaftlicher Umbau innerhalb des Systems nicht möglich ist, ja durchaus bereit, mich durch reale Geschehnisse eines Besseren belehren zu lassen, aber im Moment sehe ich nicht, das das passiert.
Die Revolution findet nicht Morgen statt, aber über einen systemischen Umbau müssen  wir uns Gedanken machen, nicht nur im eigenen-, sondern vor allem auch im Interesse unserer Kinder und Enkel

Sonntag, 20. Oktober 2013

Warum wir links denken und rechts wählen

von Klaus Fürst

Reblog von Kritisches Netzwerk


Nach einer aktuellen Allensbach-Umfrage sind nur 15 % der Bürger davon überzeugt, dass die wirtschaftlichen Verhältnisse in Deutschland (Einkommen und Besitz) gerecht verteilt sind, und nur 7 % sehen einen Trend zur Besserung.1 Der ARD-Deutschlandtrend weist aus, dass nur 31 % der Befragten meinen, sie würden persönlich vom Wirtschaftswachstum profitieren.2 Diese Zahlen ergänzen das Stimmungsbild, welches schon eine frühere Umfrage im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung zeichnete: „Heute sind den meisten Deutschen immaterielle Werte wie »soziale Gerechtigkeit« oder »Umweltschutz« so wichtig, dass das zunehmend auch ihre Haltung zum Wirtschaftssystem beeinflusst. Denn der Umfrage zufolge finden immerhin 88 Prozent der Befragten, das derzeitige System berücksichtige weder den »Schutz der Umwelt, noch den »sorgsamen Umgang mit den Ressourcen« oder den »sozialen Ausgleich in der Gesellschaft« genügend.“3
Nun fragt man sich natürlich: wo bleiben diese Attitüden, wenn es ans Wählen geht?  
Weiter bei Kritisches Netzwerk 

Freitag, 20. September 2013

Wahlmanipulationen


  Bitte kein WAHL-BILD einwerfen

 Vorbemerkung:

 Eigentlich ist es nicht meine Art,alte Artikel zu recyceln,aber,wie damals versprochen,aus gegebenen Anlass,mit der Bitte um Weiterverbreitung,mein Artikel zur Gratis-BILD-Verteilung vor der Wahl:
Gegenöffentlichkeit gegen BILD-Wahlmanipulation
 Der Springer Verlag plant am 21.09.,also einen Tag vor der Bundestagswahl die Verteilung einer Kostenlosen Ausgabe der BILD-Zeitung an 40 Millionen deutsche Haushalte.Vorgeblich will man die Wahlprogramme der einzelnen Parteien durchleuchten und politische Zusammenhänge durchleuchten.Wer mit Springers Krawallblatt und seiner politischen Ausrichtung vertraut ist ,weiß aber,es geht darum,im letzten Moment massiv die Wahl im Sinne Merkels zu beeinflussen.Damit wird eines der Grundlegenden,demokratischen Prinzipien in gröbster Weise verletzt.Die Presse sollte vierte Gewalt im Staat sein und die Arbeit der Politisch handelnen kritisch begleiten.Stattdessen ist die BILD ein Regierungspropagandablatt geworden ,das nur noch die
Kanzlerin bespeichelt und ihre desaströse Politik schönschreibt.Nachdenkseiten und Spiegelfechter haben daher einen Aufruf gestartet,auf den ich hier hinweisen möchte,und um Weiterverbreitung bitte. 
HIER GEHT´S ZUM AUFRUF
 
 Zum Schluß nocheinmal der aktuelle Artikel der Nachdenkseiten,in dem noch mehr Manipulationen,durch Wirtschaftsverbände,etc offengelegt werden,auch das möglichst weiterverbreiten.
WAHL-BILD und Co. – Endspurt der Pro-Merkel-PR/Nachdenkseiten
 

Dienstag, 17. September 2013

Vollhonks der Woche

1.Die deutschen Medien,in der Kategorie:Widerwärtigste Kriegstreiberei

 Für die wiederholte,konseqente Außerachtlassung des wichtigsten Grundprinzips,demokratischer Rechtsstaatlichkeit,nämlich der Unschuldsvermutung.Selbst amerikanische Medien geben korrekt wieder,das die Prüfung der UN-Komission lediglich ergeben hat,das Giftgas eingesetzt wurde,aber nicht wer es es eingesetzt hat,da der Auftrag nur darin bestand das ob? festzustellen,.Das Wer festzustellen,gehörte nicht zu ihrer Arbeit.
Die deutschen Medien sehen das jedoch anders,dort liest man in den Überschriften,die Komission hätte bewiesen,das Assad Giftgas einsetzte.die kleine,aber doch entscheidene Tatsache,das die Frage gar nicht untersucht wurde,wer das Gas verwendete ,taucht wenn,nur am Ende des Artikels in einem Nebensatz auf.Jeder weitere Kommentar erübrigt sich wohl.
Hier noch etwas zu den "edlen Freiheitskämpfern",mit denen die USA zusammen kämpfen wollen:http://www.kritisches-netzwerk.de/forum/syrische-freiheitskaempfer-ermorden-11-un-mitarbeiter
Beide Seiten sind Verbrecher.

2.Der Vollhonk in der Kategorie dämlichtes und miesestes Foul im Wahlkampf

gebührt dem SPD-Vorsitzenden Sigmar Gabriel,für seine Unfassbare Aussage:

" die SPD könne nicht mit den Linken zusammengehen, weil nicht klar sei, wie die Linke sich zu der historischen deutschen Verantwortung gegenüber sechs Millionen ermordeter Juden stelle." The European

 Das Sarah Wagenknecht,angesichts einer solch bodenlosen Unverschämtheit sprachlos war,ist nachzuvollziehen.Hätte sie sich gefasst und hätte man ihr die Zeit zur Erwiderung gelassen,dann hätte der Hinweis gereicht,wer Beate Klarsfeld als Kandidatin zur Wahl zum Bundespräsidenten aufgestellt hat,um zu zeigen,wie lächerlich sich Gabriel sich damit gemacht hat.
Das Gabriel sich und seiner Partei mit dieser Geschichtsvergessenheit einen Bärendienst erwiesen hat ,ist logisch. Zunächst mal, wer so skrupellos ist,das Jahrhundertverbrechen des Industriellen Völkermords an den europäischen Juden  zu Wahlkampfzweckenzu mißbrauchen und es damit zu verharmlosen,diskreditiert sich selber.Für seine Partei ist das ein Bärendienst,denn bei einem so klarem Signal,das man keinen Regierungswechsel,geschweige denn einen Politikwechsel will,wird man keine Wähler von der Union und dem Nichtwählerlager bekommen,denn warum soll man sie wählen,wenn sie doch nichts ändern will?
Das er damit auch einer eventuellen Machtoption Rot-Rot-Grün den Todesstoß verstetzt hat ,ist dann auch klar.Oder warum sollte die Linke mit jemandem zusammenarbeiten,der so mit einem potentiellen Partner umgeht?Und alle,die das für kindisch halten ,sollten sich fragen,ob sie zu jemanden,der sie in aller Öffentlich- keit als dummes Arschloch bezeichnet noch Beziehungen unterhalten würden.
Diesen Vollhonk hat sich Vollhonk Gabriel redlich verdient .






Samstag, 14. September 2013

Ein Armutszeugnis:Rassistische Wahlplakate sind zulässig !

Es ist unfassbar:die NPD wirbt in mehreren Städten mit einem Wahlplakat,auf dem steht:" Geld für die Oma,statt für Sinti und Roma".Der Versuch ,dieses Plakat juristisch zu verbieten mehrfach gescheitert.Exemplarisch in Bremerhaven:Hier hat jetzt der Sinti-Verein seinen Verbotsantrag für dieses Plakat Zurückgezogen,weil die Richterin dies empfohlen hat.Wirklich wahr:die Richter konnten sich nicht zu 100 Prozent einig werden,das das hier die Schwelle zur Volksverhetzung überschritten hat.Man muß sich wirklich fragen,in was für einem Land wir eigentlich leben,wenn es nicht mehr möglich ist,eindeutig rassistische und volksverhetzende Wahlplakate(und die Partei dazu) zu verbieten.Oder wurden die Plakate eventuell von V-Leuten des Verfassungsschutzes aufgehängt?
Netz gegen Nazis

Samstag, 7. September 2013

Ein Bild sagt mehr...



Es war die SPD, die auf Reform statt auf Revolution setzte. Und es war die SPD, die den mühsamen und schließlich mehrheitsfähigen Weg beschritt, das Leben der Menschen konkret Stück für Stück zu verbessern,(Gauck auf dem SPD-Jubiläum)

Wir können sehr stolz auf die Agenda 2010 sein“, die „eine große histori­sche Leistung“ gewesen sei, „von der wir heute profitieren“(Sigmar Gabriel)

Diese Reformpolitik der „Agenda 2010“ erhöhte die Investitionen in Forschung und Innovation, beschleunigte den Ausbau der erneuerbaren Energien und holte Hunderttausende Menschen vom Abstellgleis der Sozialhilfe und bezog die erstmals ein in die aktive Arbeitsmarktpolitik. Den in diesem Prozess auch entstandenen Missbrauch von Leiharbeit, Minijobs und Niedriglohnbeschäftigung allerdings werden wir korrigieren. Denn Menschen unabhängig von Transfers zu machen und Zugänge zu guter, sicherer und sozialversicherter Arbeit zu verhelfen, bleibt das Ziel unserer Politik.“ (Wahlprogramm der SPD,S. 7)

Die Bundesregierung halbiert Kinderarmut von 2,2 Millionen auf 1,1 Millionen – und wie?

Darauf seid ihr stolz?
So wurde das Leben der Menschen verbessert?
So macht ihr die Menschen unabhängig von Transfers?

Alternativen?die sehen so aus:

 Großfläche für die Bundestagswahlkampagne. Text: Revolution? Nein, einfach zeitgemäß: 10 Euro Mindestlohn sofort per Gesetz, 1050 Euro Mindestrente, Millionärsteuer einführen, Energie und Mieten für alle bezahlbar, Mindestsicherung statt Hartz IV, Waffenexporte verbieten!

Mittwoch, 4. September 2013

Mittwoch, 28. August 2013

Mittwoch, 21. August 2013

Höchste Zeit zum umFAIRteilen !

Aufruf zur Demo am 07.09.2013 in Hannover

Bundesweite Demo,14.09.2013:






                      

Mehr zu Berlin
Mehr zu Bochum
Aufruf UmFAIRteilen!
UmFAIRteilen.de

Diese Aufrufe noch,weil ich die nächsten Zwei Tage weg bin und nicht posten werde.
Liebe Grüße,
Euer Doctor