Mittwoch, 4. November 2015

Von der Arbeit in die Kiste

Aus der Rubrik:wo wir gerade bei idiotischen Vorschlägen sind


Denn so muss man wohl nennen, was da vom BDI-Vorsitzenden Grillo(Ulrich, nicht Beppe, obwohl ,was er vorschlägt auch wie Satire klingt).Der BDI will sich zukünftig für die Rente mit 85 einsetzen. Begründung: die Lebenserwartung würde alle Hundert Jahre um 25 Jahre steigen, alle Vier Jahre also Jahre also durchschnittlich um ein Jahr ,und da man traditionell beim Ansatz des Rentenalters von der Lebenserwartung minus 15 ausgeht ,ergebe sich so ein theoretisches Eintrittsalter von 85 Jahren. 

Nun wissen wir ja , das die Natur sich selbstverständlich immer nach theoretischen und statistischen Werten richtet. Grillo wird das bei einem Blick in seine Glaskugel wohl bestätigt gefunden haben.Und sehen wir die Vorteile:Wenn man bis 85 Arbeitet ,könnte sich das Riestern sogar lohnen, wenn man denn solange durchhält,und dieses Alter noch erlebt.Aber natürlich, so ein Maurer, Dachdecker oder Müllwerker, Putzfrau oder Krankenschwester kann doch notfalls auch noch bis Neunzig knüppeln,zumindest nach den Vorstellungen im Elfenbeinturm des BDI .

Von der Arbeit gleich in die Kiste, das ist wohl der feuchte Traum in der Industrie.Durch die "Biologische Lösung"  werden die Rentenkassen saniert und  Lohnnebenkosten gesenkt.Rentner, die nicht arbeiten, sondern den verdienten Ruhestand genießen, sind eben nicht rentabel.Denn darum geht es doch:Die Menschen sollen der Wirtschaft zur Verfügung stehen, und das möglichst ihr ganzes Leben.

Gegen den BDI wirkt Wolfgang Steiger vom CDU-Wirtschaftsrat dann wieder human.Er fordert nur die Rente mit Siebzig. Allerdings über eine "Flexi-Rente", die älteren Arbeitnehmern Anreize geben soll,freiwillig länger zu arbeiten.Es versteht sich von selbst , das diese Anreize vom Staat kommen sollen, und nicht etwa von den Unternehmen,die an ihrer Arbeit verdienen.Davon ab,Herr Steiger :Flexibel bedeutet nicht starr Renten Eintrittsalter nach Oben ,sondern muss dann auch die Möglichkeit eröffnen Abschlags-frei vor 65 in Rente zu gehen.

Allerdings stellen sich mir zwei Fragen:

-Ist die ganze Forderung nach längeren Lebensarbeitszeiten nicht etwas weltfremd vor dem Hintergrund, das heute außerhalb von Konzernvorständen doch kaum noch Arbeitnehmer über Fünfzig eingestellt werden?Man ist ja mit Mitte Vierzig Heut schon abgeschrieben.

-Warum haben die Selben,die über die Rente mit 63 schimpfen,und längere Lebensarbeitszeiten wollen,dann eigentlich kein Problem damit, das die Argen 62 jährige Hartz-IV-Empfänger in die Früh-Verrentung zwingen,um sie aus der Arbeitslosen-Statistik heraus rechnen zu können? Über diese Frühverrentungs.-Welle jammern sie nicht.Normaler weise müsste man sie dann doch in arbeit vermitteln können,oder gibt es am Ende nicht genügend Stellen?

Davon abgesehen, steht ja die ganze Propaganda von der längeren Arbeitszeit auf einer falschen Grundlage.Man geht nämlich davon aus, das es mehr Rentner gibt, aber weniger Arbeitnehmer,was erst einmal richtig ist,doch man glaubt deswegen, das der Verteilungs-Kuchen immer noch so groß ist, 
wie in den Sechziger Jahren, sprich,das die Verteilungsmenge immer die Selbe bleibt.warum diese ganze Grundannahme  falsch ist, wird hier noch einmal erläutert. 

Das man solche Aufklärung von einer Satire-Sendung bekommt,statt von den Medien, die doch eigentlich auch einen Bildungsauftrag haben(Zumindest die öffentlich-rechtlichen), ist schon ein Armutszeugnis an sich.

 Als Fazit bleibt zu sagen, das man sich künftig schon mal die Kiste mit an den Arbeitsplatz stellt.Wohl dem ,wenn es so weit ist, der seinen Arbeitsplatz auf dem Friedhof hat.
Wofür man dann noch Riestern soll? Na für den Arsch,den Arsch, der ihnen das angedreht hat, den Arsch für den sie arbeiten, und die Ärsche in der Politik, die so etwas in Gesetze umsetzen.Aber Hey, Deutschland geht es gut oder?

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