Dienstag, 24. Februar 2015

Freitag, 20. Februar 2015

Es geht um Menschen,verdammt!

Was mich an der dogmatischen Haltung der deutschen Politik und Medien am Meisten aufregt, ist die völlige Ignoranz gegenüber der humanitären Katastrophe, welche die Kürzungsdiktate verursacht haben, die uns hier als "alternativlos" verkauft werden.

Würde man hier derartige Politik versuchen, dann könnte die Regierung einpacken, doch Anderen mutet man so etwas zu,und das nur, um der eigenen Wirtschaft unlautere Wettbewerbsvorteile zu verschaffen, und um Banken zu retten,für deren Zockerverluste jetzt der europäische Steuerzahler blutet. Darum muss jede Alternative unterdrückt werden, wobei das Instrument brutale Erpressung ist, und man auch buchstäblich bereit ist,über Leichen zu gehen.

Die Folgen sind jetzt schon katastrophal:Explosion der Selbstmordrate,Explosion der Säuglingssterblichkeit, Jugendarbeitslosigkeit über 50%,de Facto kein funktionierendes Gesundheitssystem mehr,wodurch Menschen sterben, weil sie sich ihre Medikamente nicht mehr leisten können,und Krankenhäuser infolge rigider Sparpolitik, nicht mal das Nötigste haben,um Patienten vernünftig versorgen zu können,von Verhungernden ganz zu schweigen,sowie Eltern, die ihre Kinder ins Heim oder ins SOS-Kinderdorf bringen,weil sie sie nicht mehr ernähren können.

Wenn sich vor diesem Hintergrund Schäuble vor die Presse stellt, und faselt,Griechenland wäre auf einem guten weg gewesen,dann frage ich mich, wie zynisch und selbstgerecht ein Mensch eigentlich sein kann, und es regt sich selbst in mir, der ich nun wirklich einer der gutmütigsten und friedfertigsten Menschen bin,die ich kenne,das Bedürfnis, diesem Menschen, was über die arrogante Rübe zu hauen, aber dann sage ich mir, er wäre es doch nicht wert.

Der Griechischen Regierung ist die Kraft zu wünschen, sich dem Diktat zu widersetzen , damit ein erster Schritt in Richtung eines Politikwechsels in Europa gemacht wird.Wir brauchen ein solidarisches,soziales und demokratisches Europa, und das geht nur ohne Austeritätsdiktat und nur in Zusammenarbeit,statt mit Druck und Erpressung.Allein die Menschlichkeit gebietet es,die Spardiktate sofort zu beenden,die im Übrigen auch gegen die europäische Sozialcharta verstossen

Mittwoch, 18. Februar 2015

Jetzt ist nicht die Zeit für Spiele

Lassen wir doch die Betroffenen mal sprechen:
Offener Brief des griechischen Finanzministers Yanis Varoufakis in der New York Times in Übersetzung von Sabine Tober:
http://www.nachdenkseiten.de/upload/pdf/150218_yanis_varoufakis_offener_brief.pdf

Rede von Ministerpräsident Tsipras vor der parlamentarische Fraktion von Syritza am 17.2.2015

...in der Man erfährt, was unsere Presse zu den Verhandlungen in Brüssel weitgehend verschweigt.

Sonntag, 15. Februar 2015

Seine Peinlichkeit, der Wirtschaftsminister

Ich habe es hier auch schon oft geschrieben:Es geht bei der Ablehnung von TTIP, CETA und TISA nicht um Chlorhühner, sondern um den den damit einher gehenden abbau von Arbeitnehmer-und Verbraucherschutz-Rechten,und vor allem die Selbstentmündigung der europäischen Parlamente, die Abwicklung der Demokratie in Europa.

Wirtschaftsminister Gabriel hat mal wieder bewiesen,das er das nicht verstanden hat,und verspottet mit seltener Arroganz die Sorgen des Volkes,dessen Interessen er eigentlich zu vertreten hat, und das nebenbei, sein üppiges Gehalt über Steuern bezahlt , indem er es als hysterisch bezeichnet,und bittet hinterher,dies doch nicht in den Zeitungen zu bringen.

Sigmar Gabriel in Davos über TTIP und die "hysterischen" Deutschen
http://debattiersalon.de/maulheld-gabriel-diese-hysterischen-deutschen/

 Tja ,nur blöd, das es Handys mit Kamera-Funktion gibt.Doof auch ,das es You-Tube ,sowie Sendungen,wie die die Anstalt und die Heute-Show gibt, wo das Video von Millionen gesehen werden kann.Bezeichnend ,das dieses Interview des Vize-Kanzlers von unseren Q-Medien tot geschwiegen wird. Hätte das ein linker Minister getan,inbesondere den Satz:bringen sie das bitte nicht in den Zeitungen", von sich gegeben, wäre es Thema auf den Titelseiten.

Wer dermaßen abgehoben mit dem eigenen Volk umgeht,und ihm seine Verachtung so entgegen speit wie Gabriel, braucht sich nicht zu wundern, wenn er in den Umfragen als angebliche "linke Volkspartei" nur bei 25 % herum krebst.

Dienstag, 3. Februar 2015

Honeckers Rache, Geisterfahrer, und Reiter toter Pferde

Ich weiß nicht, ob es nur mir so geht, aber kann es sein, das wir der DDR immer ähnlicher werden? Wenn ich dieser Tage Nachrichtensendungen sehe, werde ich an die aktuelle Kamera erinnert. Bei den Kommentatoren in Heute-Journal und Tagesthemen habe ich das Gefühl einer Reinkarnation von Karl-Eduard von Schnitzler gegenüber zu sitzen, und unsere Bundesregierung wirkt in ihrem ideologischen Dogmatismus und ihrer Borniertheit zunehmend wie das Politbüro kurz vor dem Zusammenbruch des Arbeiter-und Bauernstaates.

Nehmen wir die aktuelle, man kann es nicht anders nennen,Hexenjagd auf den neuen griechischen Ministerpräsidenten Tsipras. Gut, ich kann es verstehen:Da hämmert man Jahrelang mühevoll den Menschen in die Köpfe , das es keine Alternative zu Merkels Kürzungs-Diktaten gibt, und nun gibt es sie doch, weil die Griechen zu dumm zum Wählen sind. Da haben sie etwas falsch verstanden:Die Köpfe können wechseln, aber nicht die Politik! Und dann wählen die noch jemanden,der etwas tut, was man in Deutschland schon seit langem nicht mehr kennt:Er will seine Wahlversprechen umsetzen! Das geht ja gar nicht. Na ja ,wenn es wenigstens marktkonform wäre,aber nein, der will die tollen "Reformen" rückgängig machen,und statt dessen sein Land  sanieren, in dem er Steuerhinterziehung bekämpft und die Verursacher der Krise zur Kasse bitten will.Und einen Schuldenschnitt, analog zum Marschall-Plan von 1953(wo u.a. auch Griechenland auf 60% seiner Forderungen gegenüber Deutschland  verzichtete) will er auch.Hier noch mehr "radikale,extremistische Vorhaben von Syritza"

Das geht nun wirklich nicht.Es darf keine Alternativen geben zur alternativlosen Politik, und so haben deutsche Medien und Politik die Hetzjagd auf Tsipras und Syritza eröffnet.  freilich nicht mit Argumenten, sondern mit persönlichen Beschimpfungen und Diffamierungen.Den Höhepunkt gibt es mal wieder beim Spiegel, der Tsipras zu Europas Alptraum und zum Geisterfahrer erklärt.Auch ersetzt der neue griechische Regierungschef Lafontaine als "gefährlichsten Mann Europas".


Während andere Staaten bereit sind, auf die Forderungen Griechenlands einzugehen, halten Merkel und Schäuble starrsinnig an der gescheiterten Kürzungspolitik fest und isolieren Deutschland damit wirtschaftspolitisch. Das erinnert ein wenig an den Geisterfahrer auf der Autobahn, der die Warnung vor sich im Radio hört und sagt:"Ein Geisterfahrer?Nein Hunderte!"
"Die Abmachungen müssen eingehalten werden", so tönt es aus Berlin.Da halte ich mal ein Kästner-Zitat entgegen."Wer A sagt muss nicht B sagen, wenn er erkennt, das A falsch war."
Bei  diesem Agieren der Bundesregierung kann man schon auf den Gedanken kommen, das Merkel doch Honeckers Rache für den Fall der DDR ist.

Ähnlich wie Robert Misik und die Nachdenkseiten frage auch mich, warum die SPD ständig den Steigbügelhalter für jeden neoliberalen Unfug macht. Sie sollte sich am besten mal ein Beispiel an den Gewerkschaften nehmen, deren Spitzen diesen Aufruf unterzeichnet haben:
http://www.europa-neu-begruenden.de/
Oder sich, im Bezug auf den Austeritäts-Irrweg, die alte Indianische Weisheit zu Eigen machen: "Wenn du merkst,das du ein totes Pferd reitest, steig ab."