Sonntag, 1. Mai 2016

Zum ersten Mai

Zunächst das Thema Union-Busting.
Union-Busting ist die gezielte Anwendung und modulare Kombination von Praktiken,um arbeitgeberunabhängige Organisierung und Interessenvertretung in einem Betrieb,einer Branche oder innerhalb eines Staates zu unterbinden,auszuhebeln oder im Entstehen zu be-und verhindern.
Union-Busting wird sowohl betrieben,um den erreichten Status Quo an Kollektivität,Mitbestimmung und arbeitsrechtlichen Schutz anzugreifen ,als auch Otganisierungsbemühungen Beschäftigter möglichst im Keim zu ersticken.
dazu gehören häufig Maßnahmen gegen einzelne Meinungsführung ,insbesondere Mitglieder von Vertretungsorganen oder Gewerkschaften,mit dem Ziel,diese zu diskreditieren,zu isolieren und zu entlassen.Hinzu kommen kommen direkte Maßnahmen,um die Organisierbarkeit zu erschweren und die Legitimität etwa von Streiks,Betriebsräten oder Gewerkschaften insgesamt in Frage stellen.Ziel der Anstrengungen ist die größtmögliche unternehmerische Gestaltungsfreiheit bei der Nutzung menschlicher Arbeit.(Rügemer,Wigand,Union-Busting in Deutschland,2014) Hier mehr dazu 
Ich kann einen falschen Eindruck haben, aber ich meine, dieses Thema müsste gerade von den Gewerkschaften öffentlich stärker thematisiert werden.

Dann der Abschluß der Tarifrunde 2016 im ÖD:
Im Detail hier
Ver.di, das sage ich als Mitglied, muss sich fragen lassen, ob man hier nicht zu früh abgeschlossen hat, weil man sich zu sehr um die öffentliche Meinung sorgte.Mir ist natürlich bewusst, das Tariferabschlüsse immer das Ergebnis von Kompromissen ist, und bei solchen Verhandlungen seitens der Arbeitgeber ein Klima der Nötigung und Erpressung herrscht, aber die Streikkassen sind prall gefüllt, und die Streiks lassen sich rechtfertigen.So muss man sagen,der Abschluss ist zwar nicht grottenschlecht,so überragend ,wie ihn Ver.di jetzt verkauft,ist er aber auch nicht..

Und schließlich ,auf Morgen früh vorgegriffen,möchte ich daran erinnern, was am 2.Mai 1933 passierte:
http://www.zerschlagung-gewerkschaften1933.de/ 

Zu guter Letzt ist der 1.Mai auch ein Kampftag gegen Kriege, und Friedenspolitik auch eine Aufgabe gewerkschaftlicher Arbeit.Daher müssen auch die Gewerkschaften aufstehen,wenn 75 Jahre nach dem Unternehmen Barbarossa wieder deutsche Truppen gegen Russland geschickt werden sollen.

In diesem Sinne:
Schönen 1.Mai

Kommentare:

  1. Also bei uns war die Demo in diesem Jahr ein regelrechter Joke. Verschlafene Omas, energydrinkzippende Teenager und ein paar Party-Zombies, die sich nach dem Samstagsausgang aus Jux der Gruppe angeschlossen haben.

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    1. Moin Laura,

      Das tut mir leid.hier in Bremen war´s eine recht bunte Veranstaltung.Danke für den Kommentar
      L.G.,
      der Doctor

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