Sonntag, 2. September 2018

Sontagsserie:Der Zwerg,der aufmüpfig wurde-Teil 2

Zweites Kapitel

Das von den Tücken und Problemen einer Staatsgründung erzählt

Am nächsten Morgen um 9:00 Uhr trat der Gemeinderat zur Sitzung zusammen. Anwesend waren, natürlich  Bürgermeister Mummsen, dann Hinnerk Laake, dann Hein Klinke, Landmaschinenhändler, der einen Landhandel in Gülleberg-Mitte besaß ,ein großer, stämmiger, semmelblonder Mann von 42 Jahren, ausserdem Alfred Furken, der Landarzt, ein kleines ,schmächtiges Kerlchen von fast 70 Jahren, der wohl der halben Gemeinde mit auf die Welt geholfen hatte. Er hatte ein bartloses ,schmales ,sonnverbranntes Gesicht und wasserhelle blaue Augen., zum Schluss Harm Bunken, der Pastor der Gemeinde Gülleberg, ein kleiner ,rundlicher Mann mit gutmütigem pausbäckigen Gesicht und einer Brille mit Halbmondgläsern.

„Ich eröffne die Sondersitzung des Gemeinderates von Gülleberg“, sagte Mummsen  mit dröhnender Stimme „Einziger Tagesordnungspunkt ist die Gründung des Staates Fürstentum Gülleberg“
 „Fürstentum Gülleberg? Wir ,ein unabhängiger Staat?“, fragte Pastor Bunken mit bedächtiger Stimme“ Wisst ihr auch was ihr tut?“
„Natürlich“, gab Mummsen zurück „Übrigens würde dann ihre Kirche zum Dom, und sie Bischoff“
„Oh ja, das wäre schön, aber dann muß ein bisschen ausgebaut werden, das es wirklich ein Dom ist. Ich meine ,es muß ja nicht gleich Limburg sein.“ 
„Natürlich nicht“, meinte Mummsen, „Wir sind ja schließlich kein reicher Staat, äh.. werden.“
„Aber sag, mal, wie kommst du eigentlich darauf, das wir uns so einfach mal unabhängig machen können? “fragte Furken
„Es gibt eine Urkunde, die besagt ,das wir eigentlich ein freies Fürstentum sind. Hilde wird gleich noch in die Sammlung kommen, und die Urkunde vorlegen.“

Und gerade als er dies gesagt hatte, klopfte es schon an die Tür .Sie öffnete sich ,und Hilde trat ein.
„Oh ,ihr seid schon alle da. Sehr gut“ ,meinte sie ,setzte sich auf den freien Platz am Tisch, holte eine Mappe aus ihrer Tasche und legte sie auf den Tisch, so das alle sie sehen konnten. Sie öffnete sie ,und nahm ein vergilbtes Blatt Pergamentes heraus.

„“Hier ist die Urkunde, aus dem Jahre 1650 ,die Gülleberg zu einem unabhängigen Fürstentum erklärt ,und sie wurde nie widerrufen. Somit sind wir also eigentlich immer unabhängig gewesen, das heißt, wären, denn der Fürst muss sie noch unterschreiben.“ 
„Der Fürst?“, fuhr Kalle auf “Wir haben keinen Fürsten!“
 „Doch, doch“, widersprach Hilde „Nach meinen Nachforschungen gibt es noch einen Nachfahren der Fürsten von Gülleberg, genau genommen ist es ein unehelicher Spross aus einer Liaison der Fürstin mit dem Stallknecht ihres Gestüts, einem Gustav Spin.“
 „Willst du sagen, mein Knecht Jan ist der Fürst von Gülleberg?“, rief Laake aufspringend. 
„Daran“, antwortete Hilde triumphierend „besteht kein Zweifel.“

„Alles klar“, meinte Kalle Mummsen, „Jan Spin soll hierher kommen“, sagte er zu einem neben ihm stehenden Helfer. Der nickte und ging davon.
„ So, und bis er hier ist, fahren wir mit der Staatsgründung fort. Hier...“, er entfaltete ein Papier, welches die ganze Zeit auf dem Schreibtisch lag , „...habe ich einen Plan, der die Grenzen unseres neuen Staates zeigt, sie entsprechen im wesentlichen den Grenzen unserer Gemeinde."
 Er legte das Dokument vor.


"Ich denke, Vier Grenzposten in jder Himmelsrichtung sollten reichen. Natürlich müssen wir auch einen Zaun ziehen.“
„Aber es gibt Landwirte aus den Nachbargemeinden, die hier Felder haben.“, gab Laake zu bedenken.
„Da findet sich schon ne´ Lösung“, beschwichtigte Mummsen, „So,und nun helft mir mal,was brauchen wir noch?“
„Grenzposten und eine Armee!“, meinte Klinke
„Da soll sich Konrad Bull drum kümmern. Er ist ja schließlich unser Gemeindescheriff. Werde nachher mal mit ihm reden.“

„Behörden und Ministerien“, rief Furken
 „Gut, Gut ,wir müssen eine Wahl organisieren, aber erstmal muss der Staat stehen.“
„Du Kalle, ich werde doch Landwirtschaftsminister“ ,raunte Laake dem Bürgermeister zu
. „Äh ja natürlich .Aber erstmal müssen wir wählen. Wie wär ´s ,wenn du schon mal einen Bauernverband gründest?“
 „Oh ja, natürlich ,und ich wird´ Vorsitzender“
„Ach, und eine Flagge brauchen wir noch.“, meinte Hilde
„Ah ja, kannst du so was entwerfen?“
„Sicher“
„Gut, dann wäre das ja auch geklärt.“

Es klopfte, und Konrad Bull, der Gemeindepolizeichef trat ein.
“Du hast  mich bestellt ?“,sagte er
„Ah ja, “
Mummsen nahm den Plan vom Tisch und reichte ihn Bull.
“Nimm dir ein paar Helfer, besorg dir Material und zieh entsprechend dem Plan einen Grenzzaun, und in jeder Himmelsrichtung setzt  du ein Zollhäuschen zur Grenzkontrolle."
 „Äh, machst du Witze?"
„Siehst du, das ich lache? Wir gründen einen eigenen Staat, du könntest es zum Innenminister bringen!“
„Oh, ich hab´ verstanden“ ,sagte der Polizist, salutierte , nahm den Plan und ging.

„Schön, dann wollen wir weitermachen…Was ist denn das?“
Von draußen drang Lärm ins Sitzungszimmer, der sich als Musik entpuppte. Es klang wie die „internationale“ nur etwas schief gespielt. Die Tür ging auf, und herein kam Ernesto Gebhard und mit ihm die fünf Mitglieder seiner Landkommune, zwei hatten Trompeten und einer eine Trommel, und spielten vorgenanntes Lied. Ernesto trug eine rote Fahne, die er schwenkte.

„Was soll dieser Auftritt?“, rief Mummsen, "ist bei euch was durchgebrannt?“
 „Im Gegenteil“, antwortete Ernesto „Wir sind der neu gegründete Gewerkschaftsbund von Gülleberg“ „Gewerkschaft? Ihr spinnt wohl!“, schrie Klinke
 „Aha“, meinte Ernesto „Gerade ein Fürstentum geworden ,und nun glaubt ihr ,ihr könnt die Gutsherrenart wieder einführen, aber nicht mit uns. Wir haben schon Flugblätter verteilt, und planen weitere Aktionen.“

„Da soll doch gleich …!“,fluchte der Landhändler.
„Moment, Moment“, sagte der Bürgermeister „Da können wir noch drüber reden.“
„Ja, das müssen wir auch“ ,sagte Gebhardt „Aber wir bleiben dran. Übrigens seht ihr hier auch die Gründungsmitglieder der sozialistischen Partei Güllebergs. Wir werden an der Wahl teilnehmen, denn es gibt doch eine Wahl?“
 „Natürlich gibt es die“ bestätigte Mummsen
„Nun denn ,bis dann, wir sprechen uns noch“, sagte Ernesto bestimmt.
Dann machte er kehrt und seine Begleiter ebenfalls. Sie nahmen ihre Instrumente und unter den Klängen von „Brüder zur Sonne zur Freiheit“, marschierten sie wieder aus dem Raum.

„Na das hast du ja klasse gemacht“, sagte Klinke säuerlich.
 „Keine Sorge, die kriegen wir schon in den Griff“, entgegnete der Bürgermeister.
„Äh, was meinst du, Gülleberger Volkspartei?“, fragte Laake „Öööh..., ja sicher“

Es klopfte wieder, die Tür öffnete sich wieder und herein trat Jan Spin. Laakes Knecht war ein junger Mann ,Zweiunddreißig Jahre alt ,dunkelblond, mittel goß und sehnig, mit einem männlich, schönen ,leicht verträumt wirkenden Gesicht. in den blauen Augen lag der Schalk, als er in die Runde blickte. 

„Jo, da bin ich“, sagte er „was gibt ´s denn ?“
 „Ah Jan, mein Junge“, sagte Mummsen ,stand auf und reichte ihm die Hand „Ahem, das heißt, ich bin geehrt, euer Durchlaucht als erster die Hand zu schütteln.“
„Durchlaucht?“ Jan sah den Bürgermeister verständnislos an.

„Oh ,ja“, meinte Hilde „Du bist der letzte rechtmäßige Fürst von Gülleberg. Hier...“,
und sie faltete ein Blatt auf dem Tisch auseinander.
“... Der Stammbaum, der von Güllebergs, und sieh, hier ist deine Linie“
„Leute, was ist hier los, habt  ihr´ n zu großen Frühschoppen genommen?“
„Nein, nein, das ist Ernst. Du bist der Fürst von Gülleberg und darum musst du die Urkunde unterzeichnen, die die Republik Fürstentum Gülleberg entgültig rechtmäßig macht. Natürlich wirst du Standesgemäß versorgt. Wir machen dir das alte Herrenhaus am Ortsrand fertig, Wird bestimmt n´ schöner Palast.“
Hätte man Jan gesagt, das er schwanger geworden ist, so hätte sein Gesichtsausdruck nicht verdatterter sein können.

 “Ihr meint das wirklich Ernst oder.“
 „Natürlich .Du bist jetzt unser Staatsoberhaupt. Selbstverständlich hast du repräsentative Aufgaben. Die Gesetze macht das Parlament und du unterschreibst sie und ernennst die Minister und ähnliche Dinge“ 
„Hmm“, machte Jan und verzog das Gesicht zu einer pfiffigen Mine „Eigentlich klingt das nicht schlecht. Muß Hinnerk mich dann auch mit ,wie war das… ,Durchlaucht, anreden?“
 „Soweit kommt es…“, wollte Laake auffahren, wurde aber von Mummsen mit einer Geste zum Schweigen gebracht.
 „Selbstverständlich, er ist ja auch Untertan“

 „Das kannst du nicht von mir erwarten, Kalle. Ich werde doch nicht meinem Knecht nicht als Durchlaucht anreden oder ihm huldigen. Wie komme ich denn dazu?“
 „Nun, du hast doch gehört, das ich die Minister ernenne“, feixte Jan, dem die Sache allmählich Spaß zu machen begann, „und wenn du vorhast, Landwirtschaftsminister zu werden, solltest du dir angewöhnen, dein Staatsoberhaupt richtig anzusprechen“ 

„Komm du mir mal nach Hause“, knurrte Hinnerk Laake. 
„Nicht nötig, ich krieg doch jetzt n´ Herrenhaus. Ach hab´ ich schon erwähnt, das ich kündige?“
Ehe Laake noch etwas antworten konnte, ergriff  Kalle Mummsen das Wort:
„Äh, Jan ,da du offenbar einverstanden bist, willst jetzt die Urkunde unterschreiben?“
 „Die Urkunde? Sicher ,her damit“
Und der Bürgermeister schob dem Knecht ,der plötzlich Fürst war, die Urkunde zu, und der unterschrieb sie mit heitere Miene: Jan Spin, Fürst von Gülleberg.

Damit war die Republik Fürstentum Gülleberg offiziell geboren.  
„Tja,“ ,meinte Jan schmunzelnd „Das kann ja noch heiter werden.“
 Fortsetzung folgt

Sonntag, 26. August 2018

Sonntagsserie:Der Zwerg,der aufmüpfig wurde-Teil 1

Wie hier schon einmal schrieb, betreibe ich nebenan auch ein Geschichtenblog. Dort veröffentlichte ich auch diese Politsatire,die ich von Heute an als Serie vorstellen möchte,in der es um eine Gemeinde zwischen Weser und Ems geht, die sich aus Protest gegen EU-Gängelung zum eigenen Staat erklärt, und aus der Eu austritt, was die hohe Politik,und, nach der Entdeckung einer Mineralwasserquelle auch einen schweizer Lebensmittelkonzern auf den Plan ruft.Folgt mir also jetzt nach Gülleberg...


Erstes Kapitel

In dem erzählt wird, was ein Brief alles auslösen kann

Also, wie war das noch? Wie fing das alles an? Ah, Ja, mit dem Brief. Also nicht irgendeinem Brief den Tante Frieda von Oma Meta im Nachbardorf bekommt ,nein nein (genau genommen kommen beide in dieser Geschichte gar nicht vor)

Nein, es war ein Brief aus Brüssel. Ein hochamtlicher Brief war es, und so ein Brief geht natürlich an den Bürgermeister. Welchen Bürgermeister? Oh, natürlich- den Bürgermeister von Gülleberg. Gülleberg ,ja Gülleberg ist ,also für einen Städter ein kleines Kaff irgendwo in der norddeutschen Tiefebene. Für seine Bewohner aber, ist es die idyllische Gemeinde zwischen Weser und Ems.

Und idyllisch ist sie durchaus .sie besteht aus fünf Samtgemeinden, in deren Mitte der Gülleberg liegt. Na Ja, Gülle-Erhebung  wäre vielleicht zutreffender, denn seine Höhe beträgt kaum 50 Meter. Aber auf dieser, mit einem Wäldchen, das man stolz „Staatsforst“ nennt, bewachsenen Erhebung liegt eine Burgruine. Das Wort „liegt“, darf man hierbei durchaus wörtlich nehmen. Um diese Erhebung mit der Burgruine herum liegen Felder ,Wiesen, und Weiden(Kühe, Schafe und Schweine machen einen Großteil der Bevölkerung Güllebergs aus), ach ja und die Samtgemeinden, oder Dörfer , wie man will. Das größte ist Gülleberg –Mitte . Logischer Weise steht hier das Rathaus. Ansonsten gibt es hier eine Kirche, Kaufladen, Bäckerei, Metzger, Post und ein Polizeihaus, nicht zu vergessen ,das Spritzenhaus der freiwilligen Feuerwehr ,außerdem Bauernhöfe und sogar einen Landmaschinen- und einen Viehhändler.

Und schließlich gab es auch einen kleinen Bahnhof, an dem sogar zweimal am Tag ein Zug durchkam und auch anhielt. Also alles in allem eine ganz normale Gemeinde.
Und der Bürgermeister der Gemeinde, der ein groß gewachsener kräftiger Mann von fünfzig Jahren, mit rotblondem Stoppelhaar, hoher Stirn, und einem gerötetem Gesicht, mit einer Nase war, die einer Kartoffel frappierend ähnlich sah, und Kalle Mummsen hieß, bekam nun einen Brief aus Brüssel. Einen hochamtlichen Brief, wohlgemerkt.

Mißmutig betrachtete er ihn, langte dann über seinen Schreibtisch und griff nach dem Brieföffner ,der vor seinem Tischkalender lag. Mit einem Ratsch öffnete er den Brief und las ihn. Seine Augenbrauen zogen sich zusammen und verengten sich bei jeder Zeile die er las.
„Das darf doch nicht wahr sein“, schimpfte er „Die Vergabe der Vergärungsanlage ist nichtig, weil sie gegen europäisches Recht verstößt, hätte Europa-weit ausgeschrieben werden müssen. Ts, Was geht es die denn an, wer in unserem Nest, was an wen vergibt. Wieso sollen wir denn irgendwen von Außerhalb reinholen? So was beknacktes! Als ob mein Vetter keine Ahnung davon hätte. Die anderen köcheln doch auch bloß mit Wasser.“

So brummte er noch den ganzen Nachmittag vor sich hin. Seine Sekretärin Kathrin Gerke, war das allerdings gewohnt. Ihre Gutmütigkeit und Tiefenentspanntheit lies sie aber problemlos damit klar kommen ,weil der alte Buller-Baller eben doch ein gutes Herz hatte. Sie war Einundreissig Jahre alt und in der Gemeinde geboren(erwähnte ich ,das es sogar ein kleines Krankenhaus gab?) ,und ihre ruhige, unaufgeregte Art, sowie ihre sorgfältige Arbeit und ihr Organisationsgeschick, waren ihre hervorstechensten   Eigenschaften.
Noch als er abends in den Krug ging(ja, den gab es auch noch),dachte er an diesen Brief und war in missmutiger Stimmung . Der Krug ,er hieß tatsächlich „zum Dorfkrug“, war der zentrale Treffpunkt der Gemeinde. Alle saßen abends hier, und tranken ihr Bier, oder wonach ihnen sonst war.

Hier hatte er einen Stammtisch mit Landwirt Hinnerk  Laake, der den größten Hof in der Gegend hatte und der erwähnte Vetter war ,Kaufmann Tammo Hansen, Landmaschinenhändler Hein Klinke und Alfred Furken, dem Landarzt.

„Ah, n´ Abend Kalle“, rief Jens Barge, der Wirt des Kruges. „Dann seid ihr ja vollzählig“ Mummsen nickte ihm zu und setzte sich. „Na was gibt’s neues aus dem Rathaus?“, fragte Hinnerk Laake ,fast ebenso groß wie Mummsen, aber mit großem Halbkugelbauch, und Halbglatze mit braunem Haarkranz. „Nichts allzu  Gutes“, gab der Bürgermeister zurück „Die Vergärungsanlage…,also du kannst sie nicht betrieben, oder noch nicht .Ich hab ´heute einen Brief von der EU bekommen. Sie muss Europa- weit ausgeschrieben werden.“ „Waas, das kann doch nicht sein. Was geht die denn an ,wer hier die Vergärungsanlage betreibt? Blödmänner! Reicht wohl nicht, schon vorzuschreiben ,welche Krümmung unsere Gurken haben zu müssen, oder welche Form mein Traktorsitz hat. Nur noch Vorschriften. Haben die Langeweile, das sie einer Landgemeinde bis ins kleinste vorschreiben, wie sie zu arbeiten hat?“

Die anderen nickten.
„Man kennt sich kaum noch aus“, bestätigte Tammo Hansen, der Kaufmann. Ein  blonder Mann, mittlerer Größe mit einem Schnurrbart im hageren Gesicht. „Es muss doch einfacher gehen!“
„Wenn ´s die Subventionen nicht gäbe ,müsste man aus der EU austreten “,sagte Laake. „Aber das geht doch nicht“, wandte Mummsen ein „ wir gehören doch zu Deutschland und Deutschland ist nun mal Mitglied der EU“ „Dann wende dich doch mal an unsere Abgeordneten. Ich mein´, wir haben doch einen in Berlin.“ „Du meinst Heinrich Flaken. Hab ich schon mal, aber der wiegelt ab. Fraktionszwang. Außerdem hat er ja eine große Mastanlage in der Nachbargemeinde .da profitiert er natürlich.“

Die Diskussion ging den ganzen Abend noch weiter. Bier und Korn lösten die Zungen ,und führten zu den interessantesten Lösungen für das Problem, bis hin zu einer Revolution, vorgeschlagen von Ernesto Gebhart ,ein drahtiger dunkelhaariger Mann, von 35 Jahren mit Vollbart, der mit einer Landkommune einen Biohof in der Gemeinde betrieb  Irgendwann meldete sich am Nebentisch Hilde Giess zu Wort ,eine groß gewachsene Frau von 60 Jahren, mit strengem ,grauen Haarknoten und runder Nickelbrille, ihres Zeichens Schuldirektorin und örtliche Historikerin.

„Meines Wissens gehören wir nicht zu Deutschland, sondern sind ein unabhängiges Fürstentum. Ich meine, es gibt in unserem Archiv eine Urkunde aus dem Siebzehnten Jahrhundert, die das bestätigt.“
„Ist das Wahr?“ ,rief Laake „Ja, sicher“, sagte Hilde, ich werde gleich Morgen früh nachschauen.“
„Dann“, sagte Mummsen feierlich ,wenn das so ist, werden wir ein unabhängiger Staat, und treten aus der EU aus. Ich berufe Morgen gleich eine außerordentliche Gemeinderatssitzung ein, und gründen die Republik Fürstentum Gülleberg!“ 

Alle stimmten zu ,und so wurde aus Frust und Bierlaune heraus ein neuer Staat geboren...

Fortsetzung folgt

Freitag, 24. August 2018

Aufstehen

Ja, ich bin ein Querfrontler, Rassist, Verschwörungstheoretiker, Nazi, etc., kurz, ich  habe mich bei #Aufstehen registriert, und mache mit. Voran gegangene Bezeichnungen muss ich wohl erfüllen, geht man nach den bisherigen Resonanzen, die das Projekt hervorgerufen hat.

Wenn man mich fragen würde, was denn damit bewegt werden könnte, lautet meine ehrliche Antwort: Ich weiß es nicht!
Es hat ja noch nicht mal richtig begonnen. Da kann logischer Weise noch Niemand sagen, was daraus wird, und ob und was damit bewegt wird.

Warum mache ich trotzdem mit? Nun, weil ich in diesem Projekt eine Chance sehe, denn es handelt sich eben nicht um eine Partei, sondern um eine außerparlamentarische und überparteiliche Sammlungsbewegung, um Druck und Gegenöffentlichkeit zu erzeugen, für politische Veränderung. Die entscheidende Erkenntnis dabei ist, dass ein Politikwechsel nicht allein auf parlamentarischem Wege herbei geführt werden kann.

Die Spaltungsvorwürfe sind Unfug vor dem Hintergrund, dass es sich nicht um eine Partei handelt, und eine Bewegung nicht wählbar ist. Darüber hinaus findet die Spaltung in der Linken, analog zu den Grünen doch schon seit Längerem statt, mit der Folge, das die Partei grade in ihren östlichen Hochburgen vielfach nicht mehr als politische Alternative angesehen wird, sondern als Teil des Establishments.

Zum Vorwurf Lafontaine wolle die SPD zerstören, kann ich nur sagen:
Sorry, aber das wäre angesichts ihres derzeitigen Zustandes ein Akt politischer Leichenfledderei .Die Partei ist längst hinüber, und den Rest werden ihr Nahles, Scholz und Co. auch noch selber geben. Eine Zerstörung von außen ist da nicht mehr nötig. Das haben die in den letzten Jahren sehr effektiv selbst gemacht.

Zur Frage, was die Bewegung will, kann man hier noch nachlesen:

www.aufstehen.de (Runter scrollen zu "häufig gestellte Fragen")

Wie gesagt, niemand kann Heute sagen, ob die Bewegung ein voller Erfolg wird, oder ob die Sache voll in die Hose geht. Beides ist möglich. Und dann werden wir sehen, in welche Richtung es geht. Sieht man allerdings die teils hysterischen Reaktionen in der Mainstream-Presse, dann ist da ganze durchaus aussichtsreich, zudem die Hetzartikel ja auch eine wunderbare kostenlose Werbung sind.

Schauen wir also, wohin es führt. Auf jedenfalls ist es eine Chance für eine andere Politik.

Hier noch ein paar Links zum Thema:


Schnappatmung gegen #Aufstehen , mit weiteren Links



Es möge sich jeder selbst eine Meinung bilden!


Mittwoch, 25. Juli 2018

Zitat des Tages

 „Es ist ganz besonders wichtig, dass alle in Deutschland, in denen ein menschliches Herz pocht, endlich erkennen, dass Kritik an der Politik Israels nicht mit Antisemitismus gleichzusetzen ist. Ich habe nicht das Vernichtungslager Auschwitz, das KZ Ravensbrück und den Todesmarsch überlebt, um von sogenannten „Antideutschen“ und Konsorten als „Antisemitin“ beschimpft zu werden.“

                                                      Esther Bejarano 

Sonntag, 15. Juli 2018

NSU-Der Prozess ist zu Ende -aufgeklärt noch lange nicht.

Der Prozess ist zu Ende, die Urteile gefallen.Und doch ist der Fall der rechtsextremistischen Terrorgruppe NSU noch lange nicht abgeschlossen.

Die Recherchen von   Wolf Wetzel zeigen ,welcher Abgrund sich hier auftut.
Auch die Anstalt hat sich 2015 des Themas angenommen,und Zusammenhänge mit dem VS , sowie die Ungereimtheiten beim "Selbstmord " von Bönhardt und Mundlos beleuchtet.

Weitere Hintergründe zum NSU-Prozess gibt es Hier