Mittwoch, 20. August 2014

Umdenken

Pressemitteilung des Bremer Friedensforums:



Ende der Waffenlieferungen an IS und UNO-Konferenz gefordert

Das Bremer Friedensforum ist entschieden dagegen, mit Militär und Waffenlieferungen gegen die Gräueltaten der Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS) vorzugehen. Bombardierungen, Militärinterventionen und Waffenlieferungen in den Irak sorgen eher dafür, dass sich ein neuer Brandherd im Nahen und Mittleren Osten entwickelt. Es ist jetzt vielmehr international dafür zu sorgen, dass die Waffenlieferungen, besonders von Saudi-Arabien und Katar sowie sonstige militärische Unterstützungen an den IS sofort beendet werden. Auch die freie Bewegung von Terrormilizen über die Grenzen der Türkei, ob nach Syrien oder in den Irak, muss von der türkischen Regierung unterbunden werden. Wer glaubhaft für eine Befriedung der Region eintritt, muss fordern, dass Deutschland entsprechende Konsequenzen zieht und nach Saudi-Arabien und Katar keine Waffen mehr exportiert.

Auf UNO-Ebene muss eine internationale Konferenz einberufen werden, auf der sich Vertreter aller beteiligten Staaten darauf verständigen, einen sofortigen Waffenstillstand im Irak zu erwirken. Außerdem ist den vor den Verbrechen der IS-Milizen Flüchtenden humanitäre Hilfe und unbürokratische Aufnahme zu gewähren, auch in Deutschland.
http://www.bremerfriedensforum.de/379/press/ende-der-waffenlieferungen-an-is-und-uno-konferenz-gefordert/
http://www.bremerfriedensforum.de/381/aktuelles/demonstration-der-bremer-jesiden-gegen-den-is-terror/

Diese Forderungen des Bremer Friedensforums stimme ich zu.Es ist der sinnvollere Ansatz,diese Region dauerhaft zu befrieden.13 Jahre wird jetzt Terrorismus mit Krieg ,Gewalt mit Gewalt bekämpft.und was ist das Ergebnis? Noch mehr Terrorismus.Krieg hat also als Mittel zur Bekämpfung des Terrorismus versagt.Allerdings ist das auch logisch,denn man kann ja auch nicht Feuer mit Feuer löschen.Ein Umdenken ist nötig,ein Politikwechsel überfällig.
Wie schrieb noch Albert Einstein ?:
"Probleme lassen sich nicht mit der selben Denkweise lösen,die die Probleme verursacht hat"
 In diesem Sinne:denken wir um.Am 1.September ,also in eineinhalb Wochen,gedenken wir der Opfer des zweiten Weltkrieges.Nehmen wir dies zum Anlass,die Kriegslogik entgültig auf dem Müllhaufen der Geschichte zu entsorgen. 

Kommentare:

  1. Das ist ein wichtiger und richtiger Appell - allerdings befürchte ich, dass er auch diesmal ungehört verhallen wird. Mit Waffenlieferungen lässt sich für Rüstungskonzerne eben eine Menge Profit generieren - es ist ja kein Zufall, dass ausgerechnet Deutschland inzwischen der drittgrößte Waffenexporteur der Welt ist. Dieses Geschäft wird diese habgierige Bande sich nicht entgehen lassen, und ihre Vasallen in Berlin werden dafür sorgen, dass der Rubel rollt.

    Ich frage mich allerdings, wie Du auf die "13 Jahre" kommst? Diese perverse, inhumane Strategie wird vom "Westen" doch nicht erst seit dem 11.09.2001 angewandt, sie ist vielmehr so alt wie der Kapitalismus selbst. Ein Beispiel dazu:

    Nie wieder Krieg

    Der gute Völkerbund streicht seine Segel,
    Verwirrung herrscht im hohen Genfer Haus.
    Auf jeden Fall gilt nun als neue Regel:
    wer dennoch Kriege führt, tritt vorher aus!

    Man dachte anfangs von dem Institute,
    es hätte endgültig den Krieg besiegt -
    Und alle wären unter einem Hute,
    auch der, wo nicht, hätt’ eins darauf gekriegt -

    Doch wo ein Krieg ist, gibt’s auch Lieferungen
    von Munition und Werken der Chemie!
    Zu lieblich tönt das Liedchen: “Seid umschlungen,
    Millionen!” jeder Rüstungsindustrie.

    Ein Krieg ist nicht moralisch. Doch im tiefern
    Sinn wirkt er wirtschaftlich sehr produktiv -
    Wir würden gerne auch nach Japan liefern,
    trotz Friedenssehnsucht -: Ja, die Welt ist tief ...

    Lässt auch der liebe Gott die Erde beben,
    weil ihm dies ew’ge Morden nicht mehr passt -:
    die Liebe kann den Markt nicht neu beleben,
    Geschäft ist nur, wo sich die Menschheit hasst ...

    (Karl Kinndt alias Reinhard Koester [1885-1956], in "Simplicissimus", Heft 51 vom 19.03.1933)

    Es hat sich nicht viel verändert seit damals, wie mir scheint.

    Liebe Grüße!

    AntwortenLöschen
  2. Der Jubel war zu erwarten, ab ca. 04:10 kann der Zuschauer miterleben, wie aus dem Stammland der deutschen Rüstungsindustrie unverhohlener Jubel über den Tabubruch in der deutschen Nachkriegsgeschichte erschallt.

    Einige Versatzstücke aus Gottliebs Horrorkatalog der Kriegsgewinnler und Kriegstreiber: Alternativlos, extrem dramatisch, Prinzipientreue, es wird ernst, ...!
    Fast hatte ich den Eindruck, dass Gottlieb mit orgastischer Verzückung und mit einem umgeschnallten Sturmgepäck ins Studio geeilt war. Aber das Letztere wird dieser Apologet sicher anderen aufbürden.
    Dass die SPD diesmal nicht am Hindukusch sondern im Nordirak die Freiheit verteidigt, ist nur konsequent. :-(

    AntwortenLöschen
  3. N´abend
    Ich hatte ja schon mal Befremden darüber geäußert,wie wenige Politiker noch die Parole:"Nie wieder Krieg,Nie wieder Faschismus" als Richtschnur haben.Wir sind wieder mit Vollgas unterwegs in dunkle Zeiten.Charlie Chaplin hatte mit seiner Feststellung:"Wir haben die Geschwindigkeit erfunden,aber innerlich sind wir stehen gelieben",aus seiner Rede an die Menschheit,wohl Recht Ausgerechnet Hundert Jahre nach Ausbruch des Ersten und 75 Jahre nach Ausbruch des zweiten Weltkrieges,zeigt sich ,das wir offenkundig nichts gelernt haben.
    @Charlie.
    Ich bezog mich bei den Dreizehn Jahren auf den Anti-Terror-Krieg der USA und verbündeter.Aber rchtig,den Terror gibt´s ja auch schon länger als dreizehn Jahre.
    Vielen Dank für das wunderbare Gedicht.
    Grüß euch!

    AntwortenLöschen