Freitag, 22. Januar 2016

Ein besonders dreister Fall von Dividi et impera...

...ist mit Heute Morgen im Weser-Kurier aufgefallen.
Offen gesagt,wenn ich solche Kommentare lese, bin ich versucht ,mein Weser-Kurier-Abo zu kündigen.Dieser Kommentar hätte sich in der BILD wohler gefühlt.Jedenfalls passt eine solche These genau dort hin:
(...)Wenn jeder Arbeitnehmer 100 Euro weniger bekommen würde, dafür aber mehr Menschen arbeiten würden, ginge es Bremen wahrscheinlich besser als jetzt. Schließlich würden mehr Steuern gezahlt werden, und es müssten weniger Arbeitslose durch teure Umschulungen, Fortbildungen oder andere Maßnahmen vermittelt werden. Auch das schont den Haushalt.(...)
Da will uns Herr Lakeband also einreden, das die  angeblich hohen Löhne der einen Schuld sein sollen an der Arbeitslosigkeit der  Anderen, und wenn man die ach so hohen Löhne kürzt, dann würde das die Anderen in Arbeit bringen.Die Erfahrung, das Lohnkürzungen nicht für weniger Arbeitslosigkeit sorgen,machen wir schon seit über Zwanzig Jahren.Die Hirn erschütternde Annahme, das eine Lohnkürzung um 100 Euro für Jeden Arbeitnehmer dafür sorgen sollte, das die Arbeitslosigkeit in Bremen plötzlich weg wäre, oder auch nur reduziert würde , kann also als kompletter Blödsinn betrachtet werden, und zeigt, das Lakeband mangels Realitätssinns nicht Ernst zu nehmen ist,und das der Autor grundlegende Ökonomische Zusammenhänge nicht verstanden hat.Mit verlaub:Ich bin kein studierter Ökonom, sondern habe lediglich ökonomische Grundkenntnisse aus dem Meisterkurs, aber solche Zusammenhänge sind selbst mir klar.

Eine Lohnkürzung bedeutet einen Verlust an Kaufkraft. wenn aber die Kaufkraft beschnitten wird, haben die Unternehmen selbstverständlich keinen Anreiz in Arbeitsplätze zu investieren.Auch werden natürlich nicht mehr Steuern gezahlt werden, weil ja diejenigen, denen 100 Euro vom Lohn weg genommen wird, entsprechend weniger Lohnsteuern zahlen, da die Lohnsteuer ja Prozentual zum Lohn kassiert wird.Was auf der einen Seite mehr gezahlt, wird also auf der anderen Seite weniger gezahlt,und was auf der einen Seite an Kaufkraft geschaffen wird, wird durch die Lohnkürzungen auf der anderen Seite beschnitten.

Und da ist das eigentliche Problem:Selbst wenn dadurch Arbeitsplätze geschaffen würden, würde das was den einen genommen wird, den anderen gegeben.Das Ganze wäre also ein Nullsummen-Spiel.Und was nun die teuren Umschulungen, Fortbildungen und andere Maßnahmen betrifft:Da kann man viel besser beheben , indem man die Hartz-Sanktions-Praxis abschafft, und das da durch freiwerdende Geld in eine aktive Beschäftigungs-Politik steckt. Nebenbei :wie viel Geld könnte man allein in Bremen zusätzlich einnehmen, die dem Staat zustehen, wenn man ausreichend Betriebsprüfer einstellen würde, aber der schlanke Staat und die schwarze null sind ja wichtiger...

Im Fazit ist dieser Kommentar der plakative und schmutzige Versuch Arbeitslose gegen Arbeitnehmer aufzuwiegeln, nach dem Motto:Die haben genug und geben euch nichts ab.Das aber diese Löhne schnell gar nicht mehr so hoch sind, wenn man bedenkt, das diese Arbeitnehmer oft auch Familie und Kinder haben,wird hier natürlich auch unter den Tisch gekehrt.Es geht letztlich um das gute alte Dividi et impera-Spiel, und darum, Akzeptanz für Lohnkürzungen zu schaffen.

Ich mache mir schon ernsthaft Gedanken, der Bremer Tageszeitungen AG zu empfehlen, Das Gehalt von Herrn Lakeband um 100 Euro zu kürzen.Ich glaube zwar nicht, das dadurch ein zusätzlicher Arbeitsplatz in der Weser-Kurier -Redaktion entsteht, aber vielleicht überlegt es sich der Autor dann zweimal, bevor er noch einmal solchen Unfug absondert.


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