Samstag, 25. Juni 2016

Lebbe geht weiter

Diesen Spruch kennen Fußballfans wohl noch von von Trainer Dragoslav Stepanovic .er lässt sich auch auf die heutige Situation anwenden. Das Leben geht auch nach dem Austritt Großbritanniens aus der EU weiter.Entgegen allen Weltuntergangs-Szenarien, die wir nun von Politik und Medien hören, werden wegen dem Brexit weder die britische Insel noch Europa plötzlich im Meer versinken.Und Groß-Britannien wird ein Teil Europas bleiben(Merke :EU und Europa sind zwei verschiedene Paar Schuhe).

Interessant ist zu sehen ,wie unsere beleidigte Presse und Politiker reagieren.Da kann man alles hören von "die sind zu Blöd zum Abstimmen", bis " Es waren alles nur Rechte und Nazis, die für den Brexit gestimmt haben" Über die Hälfte der Briten besteht also aus Nazis und wer sich gegen die EU entscheidet, ist ein Nazi ?

Hmm, in der Schweiz(auch ein europäisches Land) haben  sich 2001  77 % gegen einen Beitritt zur EU entschieden.77 % der Schweizer Bevölkerung Nazis?Uiuiui!
Und auch Island hat sich gegen einen EU Beitritt entschieden. Auch Nazis?
Ach nein ,die Nazis sind ja schon in der EU, siehe Ungarn und Polen, nur mal so.

Und natürlich , wenn ein Volk nicht so abstimmt, wie es in die Ideologie passt, ist es halt zu doof für die Demokratie,und weil das so ist, fordern einige jetzt schon eine Zweite Abstimmung.Wiederholung wegen des großen Erfolges.

Sicher, es ist verständlich, das Medien und Politik bei uns so argumentieren.Inflationär die Rechts-Keule zu schwingen, oder die Briten kurzerhand für bekloppt zu erklären, weil sie nicht so abstimmen ,wie man das möchte,trotz aller Propaganda und Erpressungen, ist natürlich einfacher und angenehmer,als sich inhaltlich damit auseinander zu setzen, warum so viele Briten so abgestimmt haben.

Das sie einfach diesen durch und durch korrupten Lobbykratischen Selbstbedienungsladen in Brüssel satt hatten.Das sie die Schnauze voll davon hatten, das eine demokratisch nicht legitimierte EU-Kommission über ihren Kopf hinweg Politik gegen ihre Interessen und zugunsten der Konzerne und der herrschenden Eliten durchsetzte,begleitet von immer mehr Sozialabbau und Lohndrückerei,eine solche Erkenntnis setzt Mut und Fähigkeit zur Selbstreflexion voraus, und Einsicht, die eigene Politik zu überdenken, und sie ändern zu müssen.

Daher lässt man es lieber und hetzt statt dessen.Das Ausmass der Borniertheit deutscher Journaille,kann man sehr schön beim Interviewer des Deutschlandfunks im Gespräch mit Sahra Wagenknecht beobachten.

Die europäische Idee, so heißt es ,sei in Gefahr. Unfug.Die europäische Idee wird von der EU seit langem mit Füßen getreten , besonders seit Merkel Kanzlerin ist.
Es müsste der Linken-Spitze und Gregor Gysi mittlerer Weile peinlich sein, das sie bei der Europa-Wahl vor Zwei Jahren die Einordnung der EU als eine “neoliberale, militaristische und weithin undemokratische Macht" aus dem Wahlprogramm streichen lies,und statt dessen mit der EU liebäugelte, wo sie sie lieber hätte infrage  stellen sollen.

Diese Einordnung hat sich mittlerer Weile mehr als bestätigt, wie der Umgang mit Griechenland, die Abschottungs-Politik,die Ukraine -Politik oder die unsinnigen Sanktionen gegen Russland, und das willfähriger Unterstützen der Nato-Kriegstreiberei gegen Russland zeigen.
Bereits 1998 hatte Gregor Gysi die  Konstruktionsfehler der EU und es Euro aufgezeigt.Er wurde damals angefeindet und verlacht.Heute ist alles wovor er damals gewarnt hatte eingetroffen.
Umso mehr muss er sich dennoch fragen lassen, warum er o.g. Einordnung nicht mittragen wollte. 

Nein, der Brexit wird nicht zum Weltuntergang führen.Ich bin mehr bei Jens Berger, und Stimme zu, das er auch eine Chance für einen Neuanfang ist.Dafür ist aber ein radikaler Politik-Wechsel nötig.Mit der jetzigen, desaströsen Politik die Feder führend von der Bundesregierung bestimmt wird ist das Projekt EU zum Scheitern verurteilt.Ein "weiter so" , kann es daher nicht geben.Die Frage ist, inwieweit die politisch verantwortlichen bereit sein werden ,etwas zu ändern, Europa sozialer zu gestalten,die Spekulanten an die Kette zu legen,und vor allem wieder selbstbewusste Außenpolitik zu betreiben, und sich der antirussischen Kriegshetzerei zu wiedersetzen, denn sonst muss man wirklich sagen:

Besuchen sie Europa,solange es noch steht.

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