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Freitag, 23. März 2018

Troika für Alle

EU-Gelder als Belohnung für die Anhebung des Renteneintrittsalters, die Flexibilisierung der Arbeitsmärkte oder die Absenkung von Mindestlöhnen? Weitgehend unbemerkt von der europäischen Öffentlichkeit treibt die EU-Kommission genau dies voran.(...)
Text von Blickpunkt WiSo

Tja, als gäbe es keine AFD, keine Front National und andere Rechte Europagegner, doch wer braucht die auch ,wenn die schlimmsten und rechtesten Antieuropäer in der EU-Kommission sitzen? 

Sahra Wagenknecht wird in ihrer Kritik an dieser EU mal wieder bestätigt, die sie auch in diesem Interview für das neue Deutschland äußert:


(...)Ich bin gegen den auch von den Grünen unterstützten deutschen Exportnationalismus und die Spardiktate, die in Südeuropa Arbeitslosigkeit und soziales Elend hervorrufen. Insofern sollte sich Sven Giegold lieber um die Antieuropäer in seiner Partei kümmern. Es gibt Gründe, warum in Brüssel die Interessen großer Unternehmen und Banken den Ausschlag geben. Sie sind die einzigen guf vernetzten, schlagkräftigen Lobbys, die es dort gibt. Es gibt keine auf europäischer Ebene kampffähigen Gewerkschaften und keine europäische Öffentlichkeit, die das EU-Parlament kontrolliert. Es gibt auch keine echten europäischen Parteien, sondern heterogene Zusammenschlüsse nationaler Parteien. Der Sozialstaat wurde nicht zufällig im Rahmen der einzelnen Staaten erkämpft und hatte auf EU-Ebene nie eine Lobby. Auch die LINKE ist zum Beispiel bei CETA überzeugt, dass nicht Kommissionspräsident Juncker solche Abkommen durchwinken sollte und auch nicht das Europaparlament. Wir wollen, dass jedes Land darüber entscheidet. Wenn man es mit dieser denunziatorischen Formel belegen möchte, ist das ein "Zurück zum Nationalstaat". In Wahrheit heißt es aber: Wir wollen zurück zur Demokratie. Griechenland darf nicht von Berlin aus regiert werden, und ebenso wenig Italien oder Deutschland von Brüssel aus.(...)

Hierzu empfehle ich auch noch einmal die Die Anstalt-Grand Hotel Europa  ,in der noch einmal aufgezeigt wird, wie antidemokratisch und unsozial die EU organisiert ist.

Ist das jetzt ein Plädoyer für geschlossene Grenzen und gegen Europa? Nein, denn denn Europa und die EU sind zwei verschiedene Paar Schuhe.Europa wird nicht im Meer versinken, wenn es keine EU mehr gibt.Ein vereintes ,partnerschaftliches Europa ist ist eine gute Sache, und natürlich profitiert Deutschland von Europa.

Doch von dem Anspruch eines demokratischen, partnerschaftlichen und sozialen Europa ist die EU und die Eurozone so weit entfernt, wie Seehofer von einer Mitgliedschaft in der Linken.

Alles, was Gregor Gysi  1998 in dieser Bundestagsrede an Negativfolgen vorher gesagt hatte, ist eingetroffen.Umso unverständlicher, das auch die Linke an dieser EU fest halten will, und Kritik an der EU auch aus linker Seite als antieuropäisch diffamiert wird, womit man sich an die Seite der neoliberalen Systembewahrer stellt.

Es ist wohl wie Tucholsky schon sagte.
"In Deutschland gilt Derjenige,der auf den Schmutz hinweist als viel gefährlicher,
            als Derjenige der den Schmutz macht"

So ist es wohl.

Dienstag, 30. Januar 2018

Bevor es zensiert wird...

 Dieses geniale Lied von Lisa Fitz.

Denn schon beginnt das mediale Geheule über die pöhse "Querfrontlerin", wobei sie sich ja schon mit dem Vorwurf  blamiert haben,Ihre Textzeile:"Im Deutschen wurzelt leider tief der Knecht", stelle eine Kritik am Schuldbewusstsein der Deutschen gegenüber den Verbrechen der Nationalsozialisten.

Tatsächlich stammt dieses Zitat von Kurt Tucholsky . 
So geraten sie in Panik , wenn Prominente vom Mainstream-Pfad abweichen und selbstständig denken.


    

Sonntag, 1. September 2013

Zum Antikriegstag(I)



Heute wird ,wie jedes Jahr in Deutschland ,der "Antikriegstag" begangen. Wir erinnern uns heute an den Beginn des Zweiten Weltkrieges mit dem Angriff der Wehrmacht auf Polen am 1. September 1939,und gedenken der Opfer dieses,aber auch des Ersten Weltkrieges,sowie anderer Kriege.
Die Initiative für diesen Gedenktag ging vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) aus, der erstmals am 1. September 1957 unter dem Motto "Nie wieder Krieg" zu Aktionen aufrief. Auf dem Bundeskongreß des DGB 1966 wurde ein Antrag angenommen "...alles Erdenkliche zu unternehmen, damit des 1. September in würdiger Form als eines Tages des Bekenntnisses für den Frieden und gegen den Krieg gedacht wird."
In diesem Sinne soll dieser dreiteilige Eintrag ein  eindringliches Plädoyer gegen den Krieg sein.

Hildedard Knef.Sag mir ,wo die Blumen sind



Mittwoch, 10. Juli 2013

Vor und nach den Wahlen

Von Kurt Tucholsky

 (passend zur Wahlkampfzeit)

Also diesmal muß alles anders werden!
Diesmal:entgültiger Original-Friede auf Erden!
Diesmal:Aufbau!Abbau! und Demokratie!
Diesmal:Die Herrschaft des arbeitenden Volkes wie noch nie!
                                       Diesmal.
Und mit ernsten Gesichtern sagen die Propheten prophetische
                                                                                                    Sachen:
"Was meinen sie,werden die deutschen Wahlen im Ausland 
                                                                    für Eindruck machen!"
Und sie verkünden aus Bärten und unter deutschen Brillen
-- wegen Nichtkiekenkönnens - den höchstwarscheinlichen 
                                                                                        Volkswillen 
Sprechen wird aus der Urne die große Sphinx:
Die Wahlen ergeben diesmal einen Ruck nach links.
                                       So:
 
Diesmal werden sie nach den Wahlen den Reichstag betreten,
diesmal werden sie zum heiligen Kompromisius beten;
diesmal erscheinen die ältesten Greise mit Podragra,
denn wenn die Wahlen vorbei sein werden,sind sie alle
                                                                                      wieder da 
                                Diesmal.
Und mit ernsten Gesichtern werden sie unter langem
                                                                                Parlamentieren
wirklich einen Ruck nach Links konstatieren.
Damit es aber kein Unglück gibt in der himmlischsten aller 
                                                                                               Welten,
Und damit sich die Richter nicht am Zug der Freiheit erkälten,
und überhaupt zur Rettung des deutsch-katholischen Industriellen 
                                                                                                   Junkergeschlechts
machen nach den Wahlen alle Parteien einen Ruck nach rechts.
                                                    So:
 



Auf diese Weise geht in dem deutschen Reichstagshaus 
alle Gewalt nebbich vom Volke aus.

Dies wurde 1928 geschrieben,also 70 Jahre vor Rot/Grün.Parallelen zur heutigen Politik wären rein zufällig
oder?...