Samstag, 18. Mai 2013

Mut zur Utopie

Gedanken über gesellschaftliche Alternativen

 

Sehen wir es ein: die Wirtschaftsform des Kapitalismus ist gescheitert,ihre Überwindung nur noch eine Frage der Zeit.Daher ist es nur folgerichtig und vernünftig,sich jetzt Gedanken um gesellschafts- und wirtschaftspolitische Alternativmodelle zu machen und eine möglichst breite Diskussion darüber anzustoßen.Jene,die sich diese Gedanken machen, werden bestenfalls als weltfremde Spinner,oft auch als Extremisten abgestempelt(vorzugsweise von denen,die vom System profitieren und an ihm verdienen).Ein Systemwechsel als Utopie abqualifiziert.
Doch ist nicht der Anfang jeden Umbruchs eine Utopie?Leute,wie Kolumbus,Magellan oder Beheim wurden belächelt,weil sie der Meinung waren,die Erde ist eine Kugel und keine Scheibe,doch sie hielten trotzdem an ihrer Idee fest,und überzeugten wichtige Leute ,so das sie sie beweisen konnten.Leute ,wie Gallilei und Kopernikus,hielten trotz Verfolgung durch die Inquisition an ihrer ,für damalige Verhältnisse ungeheuerlichen These vom Heliozentrischen Weltbild fest.
Luther revolutionierte die Kirche und schuf eine neue Konfession,weil er trotz aller Verfolgung an seiner Utopie festhielt, und hätte Darwin nicht an seiner damals blasphemischen Evulotionstheorie festgehalten,würden unsere Kinder wohl heute noch in der Schule lernen,das die Menschheit mit zwei nackten Liebenden begann,die im Garten Eden herum tollten.
Errungenschaften,wie 40-Std.-Woche,gesetzlich garantierter Mindesturlaub,Kündigungsschutz und betriebliche Mitbestimmung,waren noch zu Adenauers Zeiten Utopien,aber es gab Menschen,die daran glaubten und dafür kämpften.
Auch die deutsche Einheit war noch in den Achtziger Jahren undenkbar,aber es gab auch hier Menschen,die daran glaubten.
Als jüngstes Beispiel der Mindestlohn.Noch Ende der Neunziger Spinnerei,die nur von der PDS gefordert wurde.Selbst die Gewerkschaften waren noch dagegen.Heute diskutiert man selbst in Union und FDP über Lohnuntergrenzen(Auch wenn deren Modelle eher das Prädikat:Etikettenschwindel verdienen).
Der erste Schritt zu einem Systemwechsel ist,sich auf die Möglichkeit einzulassen,über das System hinaus zu denken.Der Wandel muß zuerst in den Köpfen stattfinden.Wenn man bereit ist,sich etwas anderes als das bestehende System vorzustellen,kann man Anfangen ,Modelle zu entwickeln und diese zur Diskussion zu stellen.Es gibt allerdings kein gesellschafliches Patentrezept.
Darum ist auch die These,ein systemischer Wandel ist nur mit einer blutigen Revulotion möglich und nur in einer Diktatur durchsetzbar,in dieser Form , falsch.Richtig ist sie ,wenn man ihn auf einen Schlag mit Gewalt erreichen will.Ein wirklicher ,erfolgreicher Systemwechsel ,zum Vorteil möglichst vieler(ideal wäre aller,aber das dürfte wohl nicht möglich sein) ist nicht von heute auf Morgen und schon gar nicht mit Gewalt möglich.Ein erfolgreicher Umbruch ist nur mit den Menschen möglich,nicht gegen sie.
Diejenigen,welche jene als Extremisten diffamieren,die sich Gedanken um alternative Gesellschaftsmodelle machen,sind nicht willens oder in der Lage ,über das bestehende System hinaus zu denken.Systemkritiker als Extremisten zu diffamieren und sich der Möglichkeit systemischer Alternativen zu verschließen,ist die selbe Logik,nach der Schröder die Agenda 2010 und Merkel ihre Austeritätsdiktate als alternativlos bezeichnen.Wer sich links nennt,sollte sich solche Denksperren nicht auferlegen,Alternativen gibt es immer.Entscheidend ist:sie müssen auf demokratischer Basis umgesetzt werden.
Weder schreibt das Grundgesetz Kapitalismus und Marktwirtschaft als Wirtschaftssystem vor,noch sind sie Bestandteil der FDGO auch bedingen Demokratie und Kapitalismus nicht einander.Es also legitim und auch nicht antidemokratisch über Alternativen nachzu denken.Befreien wir uns also von Denkblockaden und beginnen auch über Utopien nachzudenken.Eine davon könnte vielleicht ein neues Gesellschaftsmodell sein.

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