Samstag, 28. September 2013

Wer bestimmt,was Links ist?

Den Ausschlag zu diesem Artikel gab ein Kommentar von"Der Herr Karl" auf dem Spiegelfechter:
*brüll*
*gacker*
Schon wieder: Stalin, Pol Pol usw. können nicht links sein, weil sie totalitäre Verbrecher und Menschenschlächter waren…?

Banal einfaches Weltbild: Die Guten sind links, die Bösen sind rechts – also waren Stalin, Pol Pot, usw. nicht links.
*kopfschüttel
eigentlich verdient so ein Geschwafel nicht mal eine Erwiderung,geschweige denn einen Artikel,er ist eigentlich auch nur der Aufhänger.Ich hätte auch noch andere Kommentare von "Spezialisten",wie Very serious Sam nehmen können,die ebenfalls behauptet haben,Stalin,Ho chi min ,Pol Pot waren Links .einen Beleg dafür bleiben sie natürlich ebenso schuldig,wie "Der Herr Karl"..Ich habe auf Karls Kommentar geantwortet:
Karl,da du dich selber ja für links hälst oder für linksliberal:
-Ist Menschen zu unterdrücken links?
-Ist das Wegsperren und Foltern andersdenkender links?
-Ist das Massenweise Ermorden von Menschen links?
Wenn du auf nur eine dieser Fragen mit nein antworten kannst,dann hast du den Beweis,das Stalin,Pol Pot und Co Nicht links waren.Sie gaben vielleicht vor es zu sein und es wird gern von dogmatischen Linkenhassern ,wie dir und Very serious Sam als Ersatz für Sachargumente genommen um gegen Linke hetzen zu können,aber sie waren es nicht,sie waren Machtpolitiker und die vielen Morde ,die sie begingen ,begingen sie nicht aus linker Ideologie,sondern um zur Macht zu kommen und diese zu erhalten.In dem ihr sie Links nennt,erhöht ihr sie,weil ihr ihnen politische Motive unterstellt und damit verdeckt,was sie eben wirklich waren Mörder,Verbrecher und sonst gar nichts.Nun ist es aber eben auch so,das Begriffe wie Links äußerst dehnbar ,weil subjektiv sind ,es kommt auf den Standpunkt des Betrachters an.Meine Auffassung von linkem Denken gibt Charlie Chaplins Rede an die Menschheit schön wieder.Einfach mal anhören und drüber nachdenken.
Hier im Wortlaut
 Da liegt nämlich die entscheidene Frage:Wer bestimmt eigentlich,das diese Diktatoren links waren?Die Medien ,Historiker,vom Schlage eines Guideo Knopp.Aber wie können die das bestimmen,wo es doch nicht einmal eine klare wissenschaftliche Definition gibt,was eigentlich Links ist.Wikipedia versucht es folgendermaßen:
 Ein klassisches Politikverständnis der Linken ist geprägt von einem egalitären Menschenbild, das heißt: Sie betrachtet unter anderem die Gleichberechtigung aller Menschen, unabhängig von nationalen, ethnischen, geschlechtlichen und anderen Gruppenzugehörigkeiten, als anzustrebendes politisches Ziel Quelle:Wikipedia
 Allein,wenn man dies zugrunde legt,muß man zu dem Schluß gelangen,das Stalin,etc. nicht Links gewesen sein können,denn was könnte weiter von egalitärem Denken entfernt sein,als deren Regime?
Aber da es nun mal so ist,das Links ein weit dehnbarer Begriff ist,ist meine Meinung,das man sich hier auf seinen inneren Wertekompass verlassen sollte ,um zu bestimmen,was Links ist.
Jeder,der sich selbst als Links verortet oder als Linksliberal,wie auch ich,hat doch einen Wertekompass,eine klare Vorstellung davon,was linke Werte,was linkes Denken ist,und die sollte er als Massstab anlegen,anstatt das einfach zu glauben,was unsere Medien erzählen.Bezogen auf unser Beispiel:Stalin,Ho chi Min,Pol Pot,bedeutet dies,sich einfach mal zu fragen:
  • Ist Gewalt linkes Denken?
  • Ist Unterdrückung linkes Denken?
  • Ist das Verhaften,Einsperren und Foltern Andersdenkender linkes Denken?
  • Ist Bekämpfung von Meinungs-Versammlungs-und Redefreiheit linkes Denken?
  • Ist Massenmord linkes Denken?
Na ,auch alle Fragen mit" Nein" beantwortet?Dann habt ihr den klaren Beweis,das Stalin ,Ho Chi Min,Pol Pot,eindeutig nicht links waren.Sie werden so genannt,um alles Linke in die antidemokratische Ecke zu stellen.Ein typisches Totschlagargument:Linke sind Antidemokratisch,weil Stalin,Pol Pot,etc. ja auch Links waren.Vielleicht gaben sie auch vor ,links zu sein,doch sie waren es nicht.Sie waren auch nicht Rechts,sie waren ganz einfach Diktatoren,Menschenschlächter,Mörder,Verbrecher.Man sollte sie nicht erhöhen,indem man sie Links oder Rechts nennt,was ihnen politische Motive unterstellt,die sie nicht hatten.Ihr Motiv war Macht.
Sie waren nicht links,weil das was sie taten,gegen alle Grundsätze linken Denkens verstiess.Gegen das egalitäre Menschenbild,mit dem Unterdrückung und Bekämpfung Andersdenkender unvereinbar ist,sowie gegen den Grundsatz der Toleranz und den,der Ablehnung von Gewalt als Mittel zur Durchsetzung politischer Ziele.
Was also könnte linkem Denken ferner sein,als das was diese Diktatoren taten?
Und damit kommen wir zum Kern und zu einem der Gründe ,warum ich dieses Blog betreibe:Ich möchte dazu animieren,den Verstand einzuschalten,eigenständig und kritisch zu denken und sich nicht vordenken zu lassen.Stalin und Co.,beispielsweise,waren nicht links,nur ,weil es uns von unseren Medien eingehämmert wird.Sie könnten nur dann links sein,wenn sie unserer Auffassung von linkem Denken entsprächen,und genau das muß jeder für sich prüfen und sich fragen:waren die nach meinem Verständnis von linkem Denken links oder nicht?
Veränderungen beginnen im Kopf ,und damit,das man Abseits der mediengemachten Meinung denkt.Das Man seinen eigenen Wertekompass anwendet, über das Bestehende hinaus denkt und die festgefahrenen Bahnen verlässt..Dazu möchte ich ermutigen.


Kommentare:

  1. Hallo Doctor
    Ist Flatter vom Feynsinn links?
    Er sieht sich selbst als sehr links und schrieb gestern: “ich bin eine linksradikale Sau”.
    http://feynsinn.org/?p=19437#comment-78828

    - Flatter lässt jedoch andere Meinungen nicht zu . Gestern sperrte er unter skandalösen Umständen den Duderich vom Blog 'Aufzeichnungen eines Gutmenschen'
    - Flatter stellt in seinem Blog Andersdenkende an den Pranger und verhöhnt sie
    - Flatter möchte die Grünen am liebsten anspucken
    - Flatter hat keine Konzepte, findet aber alles Scheisse
    - Flatter will das Geld, den Markt und das Privateigentum abschaffen

    Ist das links?

    Ich wehre mich dagegen, dass die Definition von links=gut ist. Auch Linke können schlecht sein, wie Stalin, und sind dann halt schlechte Linke. Sie werden nicht automatisch zu ewas anderem, nur weil sie Menschenschlächter sind.
    Es gibt bei jeder politischen Ausrichtung gute und schlechte Menschen.
    Du machst meines Erachtens den Fehler, dass links automatisch gut ist. Wenn jemand dann zu einem linken Despot wird, willst Du ihn dann nicht mehr als linken Despoten sehen.
    So einfach ist es nicht.

    Sonst wäre Flatter nach Deiner Definition kein Linker.

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  2. Moin Karl,

    Du kommentierst ein wenig am Thema vorbei.Ich habe nirgendwo Links=Gut definiert.Vielmehr habe ich darauf hingewiesen,das Links ein subjektiver Begriff ist,für den es keine feste wissenschaftliche Definition gibt und darum empfohlen den eigenen Wertekompass für linkes Denken zum Massstab zu machen.Du hast doch selber eine Vorstellung davon ,was links ist .lege die als Massstab an Stalin an und sage dann selber ob du ihn links findest.Die von mir aufgestellten fünf Fragen:

    Ist Gewalt linkes Denken?
    Ist Unterdrückung linkes Denken?
    Ist das Verhaften,Einsperren und Foltern Andersdenkender linkes Denken?
    Ist Bekämpfung von Meinungs-Versammlungs-und Redefreiheit linkes Denken?
    Ist Massenmord linkes Denken?
    Auf die du ,genau,wie auf die anderen Argumente im Text nicht eingegangen bist.können dabei als Hilfe dienen.Entscheide aufgrund deiner linken Wertvorstellungen.
    By the Way:du sagst,Flatter kann aufgrund seines Umgangs mit andersdenkenden nicht links sein(will ich gar nicht in Abrede stellen.Ich habe mir die Diskussion auf Feynsinn angesehen und finde seinen Umgang mit Duderich auch etwas befremdlich),aber Stalin,der noch viel schlimmer mit Andersdenkenden umging muß unbedingt links sein(Woran machst du das eigentlich fest,wo ist der Beleg?).Findest du diese Argumentation nicht selber widersprüchlich.Wenn Flattter wegen seines Umgangs mit Andersdenkenden nicht links ist,kann es Stralin doch erst recht nicht gewesen sein.
    Aber wie dem auch sei.Es geht mir darum,das jeder aufgrund seiner eigenen Auffassung von linkem Denken entscheiden muß,ob Stalin links war und nicht aufgrund einer vorherrscheinden Meinung oder Ideologie.Meine Einschätzung,die ich mit Hilfe der vorgenannten 'Fragen dargelegt habe ist selbstverständlich meine subjektive Auffassung aufgrund meiner Vorstellung linken Denkens.

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    1. Du hast mich bezüglich Flatter wohl falsch verstanden:
      Er ist ein Linker. Trotz seinem diktatorischen Verhalten.
      Ebenso Stalin.

      Deine Fragen sind so nicht stellbar. Ds ist der Knackpunk. Weil sie suggerieren, dass Verbrechen von Linken nicht verübt werden können.

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  3. Och ,ich denke,ich habe dich schon verstanden.Nach dem ich auf deine Widersprüche aufmerksam gemacht habe,ruderst du zurück und Flatter ist auf einmal ein Linker und den Fragen ,bzw.meiner Aufforderung nach deinem eigenem Verständnis von linkem Denken zu urteilen,ob Stalin links war weichst du aus und behauptest,sie sind so nicht stellbar,weil sie angeblich suggerieren,das Verbrechen von Linken nicht begangen werden,freilich auch ohne dies zu belegen.Auch erklärst du nicht,woran du festmachst,das Stalin links war..Deine Antwort erinnert ein Wenig an ein trotziges Kind.Aber bitte,ich lasse dir selbstverständlich deine Meinung,wenn das deine Auffassung von linkem Denken ist.Ich möchte niemanden missionieren.Allerdings wirst du verstehen,das ich eine weitere Diskussion dann nicht für sinnvoll halte,da wir uns nur im Kreis drehen.Behalten wir also beide unsere Meinung.

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  4. Moin Doctor

    Die »linke« Frage ist für mich persönlich eigentlich schnell erledigt: Es gibt seit Jahrhunderten ein humanistisches Weltbild, das bestimmte Dinge ausschließt. Das beruht zu einem Gutteil auf Religiösen Anschauungen – soweit es das Abendland betrifft - , zum anderen auf gesellschaftliche Erkenntnisse, die mit der Moderne Einzug in die Zivilisation hielten. Die Träger oder Urheber solcher Gedanken nennt man erst seit Ende des 19. Jahrhunderts »links«; davor war es schlicht »humanistisch«. Das konnte eine Charlotte von Stein sein, eine Humbold oder ein Wilhelm von Ockham. Führt man also die Bewertung genannter Personen wie Pol Pot oder Stalin auf diesen Grundgedanken de Humanismus zurück, erübrigt sich jede weitere Diskussion.
    Erst viel später danach nannte man sie links, anarchistisch, kommunistisch oder wie auch immer. Ein gesellschaftlicher Prozess der Wortwahl, der unter anderem auch dazu führt, daß sich die dadurch Angesprochenen mit den Begriffen identifizieren – das Schimpfwort des »Feindes« wird zu einer Ehre, der man sich bedient, um das eigene Weltbild zu bedienen, ihm einen Wert im Sinne von Wiedererkennbarkeit zu geben. Das hat eher eine semantische Funktion denn eine politische.
    Die immanent politische Funktion, die in diesen Kampfbegriffen steckt, übergehe ich einmal zur Gänze. Nicht daß sie nicht relevant wäre, aber in erster Linie bedient sie die niederen Instinkte – unter anderem denen eines Herrn Karl, der als Paradebeispiel dafür herhalten darf, wie so eine Auseinandersetzung zur Wortklauberei, zur Faktenhuberei herabsinkt, wo es eigentlich um Inhalte gehen sollte.
    Der Inhalt heißt Menschenrechte: Analysiert man die Forderungen, die Widerstände, den Gegner dieser Grundrechte, so wird sich eine Fraktion finden, die sich dieser Idee nicht anschließt, dem entschiedenen Widerstand entgegen setzt. Denjenigen, die diese Thesen vertreten, wird dann zum Vorwurf gemacht, sie seinen »Linke«. Wie Pol Pot, wie Stalin – Einwegfeuerzeuge erzeugen Krebs: Ja, wenn man sich mit ihnen eine Zigarette ansteckt. Also weg mit den Feuerzeugen!
    Sich auf ein Gespräch dieses Niveaus einzulassen, ist schwachsinnig; bestenfalls Zeitverschwendung. Sich in der Ideenvielfalt zur Lösung von Problemen vom »Gegner« auf wenige Kampfbegriffe reduzieren zu lassen, ist intellektuelle Selbstverstümmelung.
    Vor allem: Der »Gegner« ist ja gar keiner. Im normalen Wahn der Verschlichtung komplexer Sachverhalte schlagen diese Clowns die eigenartigsten Kapriolen. Ein Troll der untersten Kategorie meinte neulich irgendwo: »Die Urheber von Ideen seien für alle Folgen, die sich daraus entwickeln, in vollem Umfang verantwortlich«. Karl Marx, Jesus, Budha, der Prophet Mohamed – eine Kapriole der Gosse ungeahnten Ausmaßes. Aber es wird diskutiert... und da fängt der Wahnsinn an: Die Meinung, daß jeden Ahnung diskussionswürdig sei – es sei Menschenrecht, daß jeder seine Stimme gleichberechtigt erhebe; unabhängig von Bildung, Alter, Erfahrung – kurz: Wissen. Ein »Herr Karl« darf über Nietzsche urteilen. Keine Silbe gelesen, keinen Gedanken verfolgt, nur gesegnet mit den durchaus anfechtbaren Urteilen einer Wikipedia-Referenz. Nein, keine Trollerei: Mit jedem Denker, gleich welcher weltanschaulichen Couleur, kann und darf man sich auseinandersetzen. Da steht Spengler neben Marx, Nietzsche neben Lao Tse. Wenn man den Gedanken folgt, nicht: Bedingungslos frisst – dann bleibt etwas. Die Erfahrung, verstehen zu wollen, die Unwiderstehlichkeit einer Idee, eine Verführung oder Abneigung. Aber eben eine Erfahrung, die damit begründet ist, es versucht zu haben... zu verstehen, zu begreifen, nachzuvollziehen – kurz: Einen Zugang zu schaffen. Das ist Menschwerdung. Das Risiko auch einem fremden Gedanken zu folgen, eine Liebe gegen alle Konventionen, das Risiko, anders zu sein als das Vorangegangene.
    Links? Ein ganz dummes Wort.

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    1. Hallo,Pantoufle

      Sehr schöner und zum Nachdenken anregender Kommentar.
      Danke dafür

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