Donnerstag, 9. Januar 2014

Wochensplitter



Wenn der Schwanz mit dem Hund wedelt

Nun will Schwarz-rote Regierung eine Kommission bilden wegen des herbei geredeten,angeblichen Missbrauchs der Sozialsysteme durch EU –Bürger im Zuge der Arbeitnehmerfreizügigkeit. Abgesehen davon, das es sich hier um Wahlkampf an den rechten Stammtischen handelt und geistige Brandstifterei ist, weil damit wiederholt Fremdenfeindlichkeit enttabuisiert wird, frage ich mich, warum man ständig auf das Krakeele der bayrischen Splitterpartei anspringt. Immer wieder lese ich :Die CSU pocht auf ..., die CSU pocht auf….Sorry, aber deren Stimmen werden für eine Regierungsmehrheit nicht gebraucht, diese Partei ist also genau genommen eine Art Wurmfortsatz der Bundesregierung, führt sich aber auf ,als würde sie allein das Land regieren.
Man fragt sich manchmal schon: Wer regiert eigentlich in Berlin, Merkel oder Seehofer? Indes: einer regiert offenbar nicht in Berlin, nämlich der Gesunde Menschenverstand, denn ansonsten hätte die CSU mit dieser Kampagne in der übrigen Bundesregierung nur Hohngelächter geerntet, anstatt, darauf auch einzugehen.

Dividi et impera am Beispiel Amazon

Etwas über tausend Mitarbeiter von Amazon haben eine Erklärung unterzeichnet ,in der die Gewerkschaft Ver.di dafür angegriffen wird ,das sie die Missstände bei Amazon anprangert(die es natürlich" gar nicht gibt")und einen neuen Tarifvertrag fordern, der sich am Tarif des Einzelhandels orientiert.
Nun ist bereits bekannt geworden ,das viele dieser Unterschriften unter Aufsicht des Managements geleistet worden sind und es wohl fast nur Mitarbeiter der Verwaltung waren, die dort unterschrieben haben, und die haben sicher bessere Löhne und Arbeitsbedingungen  als die sog. Picker und die Leiharbeiter, um die es in dem Tarifkonflikt  letztlich geht.
Amazon betreibt hier klassischen Manchesterkapitalismus.Die Beschäftigten werden systematisch gegeneinander ausgespielt, dazu gehört auch diese Erklärung und natürlich machen die Medien mit.
Es ist aber auch das typische Spiel, wenn sich in einem Unternehmen ein Betriebsrat und eine Gewerkschaft etablieren. Die meisten Beschäftigten sind dafür. Es gibt aber immer einige ,die dagegen opponieren, nicht zuletzt in der Hoffnung auf einen schnellen Aufstieg. Dieselben Leute sind später die ersten, die bittend beim vorher gescholtenen Betriebsrat ankommen und Beistand wollen, wenn sie plötzlich selbst auf der Wegrationalisierungsliste stehen, und wollen dann auch schnell in die Gewerkschaft eintreten
Nur warum immer erst durch Schaden klug werden? Warum nicht von Anfang an? Bessere Arbeitsbedingungen und vernünftige Löhne bekommt man nur miteinander und nicht gegeneinander. Darum sollen Belegschaften in den Betrieben zusammenstehen und sich nicht gegeneinander aufhetzen lassen.

Von Kollateralschäden

In Kambodscha werden Menschen erschossen ,weil sie auf die Strasse gehen und für höhere Löhne demonstrieren. Sie haben gestreikt und friedlich demonstriert. Die Antwort der Polizei sind Prügel und Schnellfeuergewehre. Es handelt sich dabei um Mitarbeiter von Textilfabriken, die vor allem für deutsche Unternehmen(u.A. H&M, Lidl) produzieren.
Empörend, aber auch entlarvend ist das Interview mit dem dortigen Arbeitgeberpräsidenten der Textilbetriebe, einem mehrfachen Dollarmillionär, im Auslandsjournal im ZDF. Er befürwortet natürlich alle
“Maßnahmen der Regierung um Recht und Gesetz wieder herzustellen “auf die Frage „auch die Schüsse?“ Antwortete er: “Die Erschossenen sind Kollateralschäden, die nun mal passieren.“
Welche kalte Menschenverachtung  spricht aus diesen Worten, ausgesprochen mit maßloser Arroganz. Ich hätte in den Fernseher kotzen können Aber man muß ihm dankbar sein, hat er damit doch das entsetzliche Menschenbild des kapitalistischen Systems offenbart. Der Mensch zählt nichts in diesem System. Er ist ein lästiger Kostenfaktor oder eben ein Kollateralschaden.

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