Freitag, 6. Dezember 2013

Weihnachten ohne Amazon...

Bei Amazon wird gestreikt,und das ausgerechnet zum Weihnachtsgeschäft.Und nun weint man bei Amazon Krokodilstränen,das dieser Streik das Unternehmen schädigt,und das diese bösen Gewerkschaftler und die unverschämten Beschäftigten,die doch tatsächlich von ihrem Lohn leben wollen,jetzt noch die armen Kinder in Geiselhaft nehmen würden,die jetzt ihre Geschenke nicht bekämen,weil ja Weihnachten ohne Amazon nicht möglich ist.Zumindest in den kranken,von Profitgier zerfressenden Hirnen in der Chefetage dieses Konzerns.Es gibt wenige Unternehmensspitzen,die mir so unsymphatisch sind wie der Vorstand von Amazon.
Amazon ist ein Musterbeispiel für einen multinationalen Konzern,der sich schon längst der sozialen Verantwortung entzogen hat .Anfang des Jahres waren sie schon einmal in den Schlagzeilen,weil sie Leiharbeiter wie Sklaven behandelten und Erwerbslose in"Eingliederungsmassnahmen" einsetzten,die sie dann natürlich nicht einstellten,sondern sich die nächsten holten und auf diese Weise sich ihre Lohnkosten vom Jobcenter,letztendlich also vom Steuerzahler bezahlen lies.Sie zahlen 20% weniger als den üblichen Lohn.Es herrscht eine hire and fire-Mentalität und totale Überwachung ist an der Tagesordnung.Welch entsetzliches Menschenbild muß da in der Chefetage herrschen ?
Nun geht es um einen Tarifvertrag,den zu verhandeln,die Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di seit Monaten fordert und den Amazon bis heute verweigert und somit jetzt die Gewerkschaft zwingt ,die Reissleine zu ziehen und den Streik auszurufen.Die Oben schon beschriebene Argumentation(oder sollte ich sagen:Agitation?) gegen den Streik ist an Armseligkeit und Perfidie nicht zu überbieten.Zum Einen ist ein Streik,der dem Unternehmen nicht wehtut ein sinnloser Streik,zum Anderen hätte Amazon den Streik verhindern können ,wenn man sich mit den Gewerkschaftsvertretern an den Verhandlungstisch gesetzt hätte.Und zum Schluß:Es ist auch ein Weihnachten ohne Amazon möglich,z.B.,indem man sich in die Strassenbahn setzt ,in die Stadt fährt und selber mal in die Geschäfte geht.Hab ich dieser Tage ausprobiert,geht tatsächlich.Wenn Amazon uns weissmachen will,das ein Streik im Weihnachtsgeschäft dazu führt,das keiner zu Weihnachten seine Geschenke bekommt,dann sind sie es ,die die Kinder in Geiselhaft nehmen ,um weiter ihre Belegschaft ausbeuten zu können, und sich dagegen zu wehren ist das gute Recht der Beschäftigten .Und wenn sie bei Amazon wollen ,das doch noch rechtzeitig die Geschenke ausgeliefert werden ,dann sollen sie endlich an den Verhandlungstisch kommen.

Hier noch ein Artikel mit weiteren Informationen
http://www.spiegelfechter.com/wordpress/8930/amazon-und-du-macht-und-ohnmacht-des-verbrauchers

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